Als der US-Pay-TV-Sender Showtime im Herbst 2013 seine neueste Eigenproduktion an den Start brachte, war die Skepsis groß. Würde eine weitere Serie, die sich – wie schon „Mad Men“ – ganz in der goldenen Vergangenheit der Vereinigten Staaten abspielte, überhaupt noch ein Publikum finden?

Die Frage beantwortete sich mit der erfolgreichen ersten Staffel ganz schnell von selbst und mittlerweile genießt die US-Anhängerschaft bereits genüsslich die brandneuen Folgen, die im Sommer 2015 ihre Premiere feiern.

Ein Rückblick

Wie der Titel der Serie es schon eindeutig zweideutig verrät, dreht sich hier eine Menge um die schönste Sache der Welt. In den 1950er Jahren macht sich William Masters (Michael Sheen) auf, ein bis dato gänzlich unbeackertes Feld der Forschung für sich und die Wissenschaft zu erobern. Seine simple, aber doch alles verändernde Frage: Was passiert im menschlichen Körper und im Gehirn, bei sexueller Erregung und beim Akt an sich? Er wird zu einem der allerersten amerikanischen Sexualforscher und legt schließlich wegweisende Arbeiten auf diesem Gebiet vor.

Gemeinsam mit seiner Assistentin Virginia Johnson (Lizzy Caplan) wird er zu einem der Pioniere der sexuellen Revolution. Sämtliche Bereiche der menschlichen Lust und Begierde kommen hier ebenso selbstverständlich aufs Tapet wie kontroverse Themen und Problemfelder. Es ist eine völlig andere Zeit: So wird in einem aufwühlenden Handlungsstrang beispielsweise auch die damals noch gebräuchliche Elektroschock-Therapie zur „Heilung“ von Homosexualität angegangen.

Die neuen Folgen

Der Cliffhanger der ersten Staffel bestand in Masters überraschendem Geständnis, dass er ohne Virginia nicht mehr leben kann. Als er vor ihrer Türe steht, wird ganz schnell offenbar, dass aus der einstmals rein professionellen Beziehung zwischen den beiden längst eine tiefe und leidenschaftliche Anziehung geworden ist. Nach einer leidenschaftlichen gemeinsamen Nacht scherzen sie denn auch verdutzt miteinander, wie sie diese überraschende und überwältigende Erfahrung denn nun gewinnbringend in ihre Forschung einfließen lassen sollen. Doch neben dem privaten Glück steht die große berufliche Unsicherheit: Die Veröffentlichung von Masters‘ ersten Studien hat im Wissenschaftsbetrieb für höchste Aufregung gesorgt – die Zeit ist einfach noch nicht reif für seine offenherzige und tabulose Art der Forschung, was sogar seine Zukunft als Wissenschaftler in Gefahr bringt.

Die 1950er Jahre in HD

Wie schon das Premierenjahr gefallen auch die neuen Episoden mit herrlichem 1950er-Jahre-Flair, das sowohl durch die prächtige Ausstattung der Sets als auch mittels der punktgenau getroffenen Garderobe der Figuren in jeder einzelnen Szene zu spüren ist. Wenn dann wie hier noch hochwertige Kameratechnik, ein paar Filter und Farbkorrekturen sowie eine voluminöse 5.1-Tonspur hinzukommen, wird die Illusion nahezu perfekt und man kann sich als Zuschauer ganz mühelos entführen lassen in eine andere Zeit und einen stets unterhaltsamen Serienkosmos.

Hat man die zwölf einstündigen Folgen dann (wie immer viel zu schnell!) durch, gibt es dank der Extras noch Nachschlag. Auf den Discs zwei, drei und vier befindet sich jeweils ein unterhaltsam aufbereitetes Featurette. Dabei werden die Frauen beziehungsweise die Männer der Serie porträtiert und schließlich die „Geschichte des Sex“ thematisiert.

 

 

Review: Masters Of Sex (2. Staffel)
Auch der zweite Schwung von "Masters Of Sex" weiß zu begeistern und erweitert das Themen- und Figuren-Arsenal noch einmal deutlich. Für Neueinsteiger findet sich eine gute Zusammenfassung.
Film8
Bild8.5
Ton8
Extras6.5
7.8Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Masters Of Sex (2. Staffel): © Sony Pictures Home