Viele Kritiker bewerten David Lynchs „Dune“ als unterdurchschnittlich bis schlecht. Dennoch ist er unter Science-Fiction-Fans aufgrund der außerordentlich gelungenen Darstellung fremder Welten und der unglaublichen Designs ein durchaus geschätzter Film. Ähnlich verhält es sich mit Jupiter Ascending, dem neuesten Machwerk der Wachowski-Geschwister („Matrix“).

Noch bevor er in die Kinos kam, machte der mit rund 176 Millionen US-Dollar budgetierte Film Schlagzeilen negativer Natur. Die Postproduktion benötigte noch Zeit, weshalb der geplante Kinostart, am 20. Juni 2014 nicht eingehalten werden konnte und die Veröffentlichung auf den 5. Februar 2015 fiel. An den Kinokassen erspielte der Film rund 182 Millionen US-Dollar, was knapp über dem Budget liegt und in den unermesslichen Hollywood-Dimensionen auch als Flop gilt. Ein Grund dafür sind sicherlich auch die durchwachsenen Kinokritiken, die die Handlung als flach und unlogisch einstufen, was sie in gewisser Hinsicht auch ist. Aber wie oben schon erwähnt, verhält es sich hier ähnlich wie bei „Dune“. Ästhetik steht hier über allem und die Handlung könnte auch aus einem belgischen Science-Fiction-Comic wie z. B. Crisses „Kookaburra“ stammen, dessen Logik deshalb akzeptiert wird, weil die erschaffene Welt so exotisch und interessant wirkt. Daher erscheint ein Planet voller genetisch veränderter Tiermenschen und einem infernalen Trio aus verwöhnten Königskindern eher als Vorteil für den Film denn umgekehrt.

Königskinder

Die drei bepflanzen Planeten mit Leben und ernten sie, sobald sie reif sind, um selber ewig jung zu bleiben. Als es darum geht, den Besitzanspruch auf die Erde geltend zu machen, streiten sie sich, wie um ein Spielzeug. Jede Partei schickt ihre Agenten zum blauen Planeten, um einen ganz bestimmten Menschen zu töten bzw. zu retten. Und hier kommt das russische Mädchen Jupiter (Mila Kunis) ins Spiel, das noch nicht weiß, dass sie die Inkarnation der Herrscherin der Welt ist. Bevor also der finstere Balem die Erde beanspruchen darf, muss Jupiter sterben. Glücklicherweise gibt es noch einen Helden: Der interstellare Krieger Caine Wise (Channing Tatum) ist mit seinen Anti-Gravitations-Stiefeln (eine Hommage an das Hover-Board aus „Zurück in die Zukunft II“?), dem Energieschild und mit seinen tierischen Fähigkeiten der perfekte Retter, der Jupiter dorthin bringen soll, wo sie wirklich hingehört … auf den Jupiter. Und hier spielt der Film seine volle Stärke aus. Die Welt, in die der Zuschauer hier entführt wird, zieht ihn dermaßen in sich hinein, dass jeglicher Alltag auf der Strecke bleibt. Kuriose Kostüme, comichafte Figuren, fantastische Orte und fesselnde Action unterhalten von der ersten bis zur letzten Minute. Ähnlich wie in „John Carter vom Mars“ überzeugen die visuellen Effekte auf ganzer Linie.

ie Motive spielen dermaßen gut mit der enormen Bildqualität zusammen, dass man sich die Scheibe ruhigen Gewissens als Bildreferenz zulegen kann. In unserem großen Heimkino wurden wir Zeuge des krachenden DTS-HD MA 7.1-Sounds, der uns einfach nur wegfegte. Hierdurch werden die ultralangen, perfekt durchkomponierten Verfolgungsjagden und Action-Sequenzen zu einem überwältigenden Ereignis, das ohne eine mindestens sechs Kanäle umfassende Beschallung immens an Durchschlags-Kraft verliert. Ähnliches lässt sich von der stereoskopischen Schiene sagen, die insbesondere die großen Action-Sequenzen mit einer sehr schönen, dreidimensionalen Tiefe versieht. Zwar wurde der Film im Nachhinein konvertiert, dennoch weist er in bestimmten Sequenzen eine hohe Anzahl an Tiefen-Ebenen und 3D-Details auf, die alles noch intensivieren. Der Bonus-Sektor wurde vorbildlich mit allen Features gefüllt, die für den Zuschauer interessant sein könnten. Dadurch wird auch nach dem Film noch fast eine Stunde Unterhaltung geboten. Neben der Standard-Blu-ray-Version bietet amazon.de auch noch eine exklusive Steelbook-Edition von Jupiter Ascending an.

 

 

Review: Jupiter Ascending 3D
„Jupiter Ascending“ ist ein stylisches Effekt-Feuerwerk, nicht mehr, nicht weniger. Es erinnert an die belgischen bzw. französischen Science-Fiction-Comics von Crisse und Moebius.
Film7
Bild10
Ton10
3D6.5
Extras6
7.9Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Jupiter Ascending 3D: © Warner Bros.