An einem Sommermorgen im August 1974 balanciert ein junger Mann auf einem Drahtseil zwischen den beiden Twin Towers des gerade fertiggestellten World Trade Centers – des bis dato höchsten Gebäudes der Welt: Es ist der 25-jährige Franzose Philippe Petit (Joseph Gordon-Levitt).

Minutenlang tänzelt der junge Artist in einer Höhe von 400 Metern ungesichert über den Straßenschluchten von New York, verbeugt sich vor seinem Publikum am Boden und hält die eintreffenden Polizisten zum Narren. Was James Marsh in seinem preisgekrönten „Man on Wire“ als Dokumentar-Thriller inszenierte, widerfährt in „The Walk“ nahezu fantastische Züge: Der autobiographische Stoff des berühmten und narzistischen Hochseilartisten gerät unter den Fittichen von Regiealtmeister Robert Zemeckis (u. a. „Zurück in die Zukunft“ und “Forrest Gump“) zum atemberaubenden 3D-Märchen. In Rückblenden lässt er Petit die Vorgeschichte zu seinem großen Coup erzählen:

In schwarz-weiß gehaltene Anfänge im Paris der 1970er Jahre, gefolgt von in nostalgisch-warme Farbnuancen gebadete Szenen á la „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Eine hohe Detailschärfe und starke Kontraste sind allzeit vorhanden. Wenn es in der letzten halben Stunde dann zum finalen Schlussakt kommt, dominieren schließlich IMAX-Aufnahmen von atemberaubender Schönheit. Hier wird auch überdeutlich, wer der eigentliche Star des Films ist: Es sind die beiden weltberühmten Hochhäuser, die 2001 in Schutt und Asche gelegt wurden. Mit „The Walk“ hat Robert Zemeckis auch ihnen ein Denkmal gesetzt. 

 

 

Review: The Walk (3D)
Optisch starkes, schwindelerregendes 3D-Kino über die Geschichte eines Träumers, der hoch hinaus will. Auf Blu-ray mehr als sehenswert.
Film7.5
Bild8.5
Ton7.5
Extras6
3D6
7.1Gesamtwertung

Bildquellen:

  • The Walk: © Sony Pictures Home Entertainment