Eine leere Gummizelle eröffnet sich einigen Pflegern als Schauplatz schrecklicher Gräueltaten. Fast die ganze Wand ist mit Blut besudelt, in der einen Ecke liegt ein enthaupteter Leichnam, etwas davon entfernt sein Kopf. An anderer Stelle scheint ein menschlicher Körper explodiert zu sein. Das vergitterte Fenster ist aufgebrochen und offenbar ist der ehemalige Insasse verschwunden.

Der Prolog sowie die Tatsache, dass es sich um die Verfilmung einer H. P. Lovecraft-Geschichte handelt, lassen bereits erahnen, dass hier übernatürliche Kräfte am Werk waren und dass den Zuschauer einige surreale, monströse Spezialeffekte erwarten. Aber bis es so weit ist, muss die eigentliche Horror-Handlung erst noch entwickelt werden. Als nächstes zeigt Regisseur Dan O’Bannon (Drehbuch-Autor u. a. von „Total Recall“ und der „Alien“-Reihe) den blutenden Privatdetektiv John March (John Terry), der in seinem dunklen Büro in ein Diktiergerät über Dinge spricht, die nicht von dieser Welt stammen. Er erzählt nun quasi für den Zuschauer die Geschehnisse, die zu dem gezeigten Blutbad geführt haben, an dem er offenbar teilgenommen hat.

Eine Geschichte in einer Geschichte

In seiner Schilderung der bisherigen Geschehnisse, trifft er ein paar Tage zuvor die hübsche Claire Ward (Jane Sibbett), die in ihrer Film-Noir-Funktion als die übliche Femme Fatale im Büro John March‘s auftaucht. Bedrückt erzählt sie von ihrem Ehemann, der ein äußerst verdächtiges Gebaren an den Tag legt – natürlich erst, nachdem March die Frau von oben bis unten gemustert und sie zumindest in seinem Unterbewusstsein als potenzielle Geschlechtspartnerin eingestuft hat.

Claire schildert ihm in einer weiteren Rückblende (sozusagen als Rückblende innerhalb der Rückblende), wie sich ihr Mann in kürzester Zeit veränderte, dass er im Hinterhaus seltsame Experimente durchführte und sich fast jede Nacht große Kisten sowie enorme Mengen an Tierblut anliefern ließ. Am Anfang ist John eher misstrauisch darüber, was die Dringlichkeit der Nachforschung angeht. Doch einen ersten Aufklärungsbesuch in Wards neuem Domizil später ist er sich sicher, dass Charles Dexter Ward (Chris Sarandon) äußerst beunruhigenden Dingen nachgeht. Die Geschehnisse spitzen sich zu und laufen alle auf das schreckliche Finale zu, das bereits im Prolog des Filmes gezeigt wurde. Und die Gefangennahme des „Verrückten Wissenschaftlers“ ist erst der Anfang des wahren Grauens.

Mad Scientist

Es mag an dem geringen Budget der Direct-To-Video-Produktion und der geringen Regie-Erfahrung O’Bannons liegen, dass der Film bis auf eine Ausnahme eher laienhafte Darsteller zeigt und nur an sehr wenigen Stellen Spezialeffekte nutzt. Diese wenigen Szenen haben es allerdings in sich und brauchen sich vor den anderen Lovecraft-Verfilmungen wie etwa „From Beyond“ oder „Re-Animator“ nicht zu verstecken. Der Schrecken hält sich aufgrund einiger ungeschickter Schnitte und der manchmal etwas plumpen Monster-Darstellungen in Grenzen. Dennoch sind die Kreaturen großartig designed und dürften jedem Monsterfilm-Fan einen freudigen Schauer über den Rücken jagen.

Die Blu-ray-Version erschien bereits im letzten Jahr als limitierte Collector’s Edition samt 84-seitigem Booklet, dem Film auf Blu-ray und DVD sowie mit einer Bonus-DVD, auf der H. P. Lovecrafts Originalstory als Hörbuch enthalten ist. Die vorliegende Neuauflage ist nun ohne Limitierung in einer Amaray-Hülle als Filmdisc erhältlich, die auch sämtliche Bonusfeatures birgt. Auch hier sieht der Film etwas besser als auf der DVD aus. Er weist aber dennoch heftige, detailverschlingende Schwarzflächen auf, die insbesondere in den Keller-Szenen kaum etwas offenbaren wollen. Die Schärfe variiert ebenfalls und gelegentlich ist verstärktes Bildrauschen sichtbar.

Leider ist die Synchronisation alles andere als gelungen, wodurch das laienhafte Spiel der Darsteller noch viel deutlicher wirkt. Alles in allem erhält der Käufer aber dennoch einen klassisch anmutenden Monsterfilm, der vor allem von Chris Sarandons dämonischer Performance lebt. Für Genre-Fans und Freunde Lovecraftscher Albtraum-Gebilde also durchaus eine Empfehlung, besonders weil das Bonusmaterial solche Schmankerl wie einen dreiminütigen Mitschnitt der Chainsaw Awards enthält, bei denen „The Resurrected“ vom jungen Bruce Campbell angeteasert und vom noch viel jüngeren, nervös umherzappelnden Quentin Tarantino mit dem Indie-Preis prämiert wird.

 

 

Review: The Resurrected
Eine oberflächliche Kritik an der Mediengesellschaft in gnadenlos überstilisierter 3D-Optik. Simpelste Dramaturgie trifft hier auf eine technische, durchaus bemerkenswerte Umsetzung.
Film6
Bild5
Ton2.5
Extras7
5.1Gesamtwertung

Bildquellen:

  • The Resurrected: © OFDb Filmworks