Xander „XXX“ Cage (Vin Diesel) ist ein Adrenalin-Junkie, den … ach nein, falscher Film. Kaulder (Vin Diesel) ist ein unsterblicher Adrenalin-Junkie, den so leicht nichts mehr schockt. Ein drohendes Unglück mit einem voll besetzten Passagier-Flugzeug während eines Gewittersturms? Lachhaft! Schnell ist die unwissende, junge Hexe gefunden, die eine Runen-Rolle für Schlecht-Wetter bei sich trägt, und die Situation ist entschärft.

Dämonische Todesfliegen, die sich unter die Haut bohren? Schnarch! Auch hierfür hat Kaulder schon die richtige Fliegenklatsche parat. Aber Kaulder war einst sterblich. Wie bei „Highlander“ hatte auch er ein glückliches Leben als Familienvater im Mittelalter, bis ihm Frau und Kind von der Pest genommen wurden. Also folgte er einem Rachefeldzug gegen ein lokales Hexen-Nest, tötete als einziger ein paar Bewohner der Behausung und nahm sich sogar der Hexenkönigin an, die in ihm den Wunsch des Freitodes verspürte.

Mit ihrer letzten Lebenskraft verfluchte sie ihn also zu einem nie endenden Leben, auf dass er ewig mit seiner Qual leben müsse. Ergo spaziert der einst mittelalterliche, zottelbärtige Held nun mit neuer „Kurzhaar“-Frisur durch das gegenwärtige New York. Während eine Stimme aus dem Off (Michael Caine als der 36. Dolan) dem Zuschauer erklärt, wie der Frieden zwischen Menschen und Hexen zustande kam, wird auch sogleich der 37. Wegbegleiter (Elijah Wood) Kaulders vorgestellt. Und dieser soll nun langsam an die Welt hinter der Welt herangeführt werden, um dem Frieden-wahrenden Hexen-“Polizisten“ helfend beiseite stehen zu können.

Das einzige Problem ist dass es der 36. Dolan ist, den die oben erwähnten dämonischen Fliegen als Brutstätte nutzen und dieser nun leblos in einer Kammer liegt. Doch in bester „Men in Black“-Manier lernt die Nummer 37 schnell, worauf es ankommt im Leben eines Hexenjägers. Zudem hat Kaulder, wie ja oben bereits mit dem „Schnarch“ angedeutet wurde einen Ausweg parat, mit dem sein toter Freund gerettet werden kann.

Qualität a la Diesel

Eines muss man den Vin-Diesel-Filmen lassen: Sie sind immer atmosphärisch dicht und machen ungeheuren Spaß. Egal welchen möglichen Vergleichstitel man hier auch heranzieht – „Highlander“, „Constantine“, „Wächter der Nacht“ oder „Underworld“ – jeder von ihnen hat sicherlich zu der einen oder anderen Inspiration in diesem Film beigetragen, aber alles zusammen ergibt ein neues Fantasy-Horror-Spektakel mit ansehnlicher Action, sympathischen Charakteren und richtig guten Effekten.

Die Blu-ray entspricht den höchsten Standards und bietet dem Käufer einen unglaublich atmosphärischen und dreidimensionalen 7.1-Sound. Zum Bonusmaterial gehören animierte Kurzfilme, ein 30-minütiges Making-of, entfallene Szenen, Trailer und ein Audiokommentar. Sammler dürfen sich über eine Steelbook-Version freuen.

 

 

Review: The Last Witch Hunter
Überraschend gut unterhält der Diesel-Fantasy-Actioner, der nicht nur atmosphärisch sondern auch technisch einiges leistet und mit einer düsteren, surrealen Stilistik besticht.
Film7.5
Bild8.5
Ton10
Extras5.5
7.9Gesamtwertung

Bildquellen:

  • The Last Witch Hunter: © Concorde