Da soll noch mal einer behaupten, Frauen seien das schwächere Geschlecht. Auf Madeleine (Adèle Haenel) trifft dies jedenfalls nicht zu. Sie hat nur ein Ziel in ihrem Leben: Eine unschlagbare Kämpferin werden und auf das Schlimmste vorbereitet sein, was die Welt zu bieten hat.

Und das ist keine Übertreibung, denn sie glaubt in der Tat, dass die Apokalypse nicht mehr lange auf sich warten lässt. Deswegen meldet sie sich in den Sommerferien auch prompt für einen Armeevorbereitungskurs an, der wahrlich nichts mit „Ferien“ an sich am Hut hat. Madeleines barsche Wesensart und verbissene Zielstrebigkeit könnte keinen besseren Gegensatz zu dem verträumten und in den Tag hineinlebenden Arnaud (Kévin Azaïs) abgeben. Der müsste den Sommer eigentlich damit verbringen in der Firma seines verstorbenen Vaters auszuhelfen. Doch dann lernt er bei einem Selbstverteidigungskus am Strand die taffe Madeleine kennen. Fasziniert von dem eigenwilligen Mädchen beschließt er sich ebenfalls bei dem Trainigslager der Armee anzumelden…

Übliche Story, interessante Menschen

Thomas Cailleys „Liebe auf den ersten Schlag“ ist alles andere als eine klischeehafte Liebesgeschichte. Das dürfte bereits in den ersten zehn von insgesamt 98 Minuten zum Ausdruck kommen, als Madeleine Arnaud im Selbstverteidigungskurs mit Leichtigkeit zu Boden ringt. Und genau damit trifft die französisch Komödie genau ins Herz. Madleine ist nämlich überhaupt nicht die Art von Mädchen, in die sich jeder Junge sofort verlieben würde. Umso schöner, dass der einfühlsame Arnaud nicht sofort abgeschreckt ist, sondern sogar Gefallen an der eigentümlichen Art des Mädchens findet. Ganz nach dem Motto: Gegensätze ziehen sich an. Auf den ersten Blick lässt sich sagen, dass die Story des Films nichts wirklich neues zeigt. Zwei Jugendliche, die am Anfang eines neuen Lebensabschnittes stehen, begegnen sich durch Zufall (oder Schicksal?) und verlieben sich schließlich – ein Rezept das Millionen andere Coming-Of-Age-Filme durchzieht.

Einzigartig hingegen ist, was sie dabei zusammen erleben und wie sie lernen, mit den Differenzen zwischen sich umzugehen. Dabei kann die ein oder andere Situation dem Zuschauer ein amüsiertes Schmunzeln entlocken. Sei es Madeleines temperamentvolle Verdrossenheit, oder Arnauds gelassene Verwunderung darüber. Lustig sind aber auch so einige Nebenrollen, wie Arnauds Freunde Xavier (William Lebghil) und Victor (Thibaut Berducat). Sie durchschauen Arnauds Aufmerksamkeit gegenüber Madeleine sofort und lassen sich keine Chance nehmen, das Geschehen mit schelmischen Sprüchen zu kommentieren.

Optisch ist „Liebe auf den ersten Schlag“ grundsätzlich zufriedenstellend, löst aber keine enthusiastischen Begeisterungsstürme aus. Für das Genre ist dies aber auch nicht zwingend notwendig, denn die Geschichte der beiden Jugendlichen kann visuelle Enttäuschungen nahezu problemlos ausgleichen. Besonders schön ist auch die Filmmusik, die mittels DTS-HD MA 5.1-Mix mit wunderbarer Soundqualität präsentiert wird.

 

 

Review: Liebe auf den ersten Schlag
Die unkonventionelle und humorvolle Liebesgeschichte mit zwei völlig gegensätzlichen Charakteren weiß, wie man die romantische Seite des Zuschauers ansprechen muss.
Film7
Bild6.5
Ton6.5
Extras2.5
5.6Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Liebe auf den ersten Schlag: ©Tiberius Film