Mit Heidi hat Johanna Spyri einst eine Figur geschaffen, die ganze Generationen von Kindern in ihr Herz geschlossen haben. Die neueste Verfilmung der Geschichte um das junge Mädchen und ihren Großvater setzt auf starke schauspielerische Leistungen und überzeugende Kulissen.

Adelheid, auch besser bekannt als Heidi (Anuk Steffen), ist ein kleiner Wildfang. Immer ein Lächeln auf den Lippen, tobt sie am liebsten durch die Gegend. Diese Lebensfreude hat sie auch nicht verloren, nachdem ihre Eltern tödlich verunglückt sind. Seitdem lebt sie bei ihrer Tante Dete (Anna Schinz). Nachdem sie das kleine Mädchen die letzten Jahre aufgezogen hat, möchte sie nun ihr eigenes Leben führen. Das veranlasst sie dazu, Heidi auf die Alm, zu ihrem Großvater zu bringen, dem Almöhi (Bruno Ganz). Der ist allerdings ganz und gar nicht von Detes Vorhaben begeistert und versucht, die beiden zu verscheuchen.

Heidi lässt sich von der verbitterten Art ihres Großvaters aber nicht einschüchtern, sondern ihr gelingt es, sein Herz nach und nach zu erwärmen. Doch nicht nur das, außerdem freundet sie sich auch mit dem Geißenpeter (Quirin Agrippi) an und die beiden verbringen fortan viele Stunden gemeinsam auf der Alm und passen auf die Geißen auf. Als ein Jahr später plötzlich Dete auftaucht und Heidi nach Frankfurt mitnehmen möchte, reagiert der Almöhi sehr verärgert darüber und möchte seine kleine Enkelin nicht gehen lassen. Doch Dete fängt Heidi heimlich auf dem Rückweg von der Alm ab und nimmt sie mit.

Auf nach Frankfurt

In Frankfurt angekommen bringt sie sie zu den Sesemanns. Dort lernt sie Klara (Isabelle Ottmann), ein Mädchen das im Rollstuhl sitzt, kennen und die beiden freunden sich schnell an. Während der ganzen Zeit im Haus Sesemann steht sie unter der strengen Beobachtung von Fräulein Rottenmeier (Katharina Schüttler), die ihr das Leben nicht gerade leicht macht. Doch nicht nur das macht dem kleinen Mädchen zu schaffen, durch die Trennung von ihrem Großvater und die fremde Umgebung wächst ihr Heimweh zusehends. Als Heidis Sehnsucht nach Daheim immer stärker wird, schickt sie Herr Sesemann (Maxim Mehmet) wieder zurück zu ihrem Großvater auf die Alm. Zwar schreibt Adelheid ihrer Freundin regelmäßig Briefe, aber ob die beiden Mädchen sich je wiedersehen ist ungewiss. Umso größer ist die Freude, als das Mädchen aus Frankfurt unerwartet auf der Alm auftaucht. Doch nicht alle freuen sich über den Besuch von Klara…

Der Klassiker von Johanna Spyri, der schon weit über hundert Jahre alt ist, wurde in der Filmgeschichte schon oft adaptiert. So ist den meisten die Anime-Serie für Kinder „Heidi“ (1974) bekannt, mit dem einprägsamen Titellied „Deine Welt sind die Berge“ (Gitti und Erika). Die Geschichte des Mädchens wurde auch während der Nachkriegszeit in der Schweiz, als Schwarz/Weiß-Streifen, verfilmt. Neben dieser Adaptionen kam 2001 noch eine Realfilm-Neuauflage von Markus Imboden heraus. Diesen unterschiedlichen Adaptionen mussten sich die Macher des neuen Filmes stellen und ein Konzept entwickeln, das ihre Neuauflage von Heidi zu etwas ganz Besonderem macht und vor allem die unterschiedlichen Erwartungen der verschiedenen Zuschauer erfüllt.

So haben sie es sich nicht nur zu Aufgabe gemacht ein schauspielerisch starkes Team zusammen zu stellen, sondern sich auch den passenden Regisseur dazu geangelt. Alain Gsponer konnte sein Talent in dem Genre schon mit „Dem kleinen Gespenst“ (2013) unter Beweis stellen, wodurch sich das Team um Schaerli und Hobi sehr um den Regisseur bemüht hat. Ebenso stellte sich das Finden der passenden Drehorte als kniffliger heraus als gedacht. So wurden einige Szenen, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Frankfurt spielen, in Altenburg, Quedlinburg oder Halberstadt gedreht, da sich das Aussehen der Stadt so stark geändert hat. Eine passende Hütte für den Almöhi zu finden, die sich in unberührter Natur und in der Region, aus der Heidi stammt, befindet, gestaltete sich als große Herausforderung.

Motive, die man gesehen haben muss

Preis: EUR 6,70
In Anlehnung an die Adaption aus 1952 drehte  das Filmteam auch wieder in dem kleinen Dorf Latsch, dessen Bausubstanz übrigens noch hervorragend erhalten ist und somit die perfekte Kulisse bietet. Dass keine Mühen bei der Produktion und beim Drehen des Filmes gescheut wurden, springt dem Zuschauer förmlich ins Auge. Der Film bietet nicht nur ein gestochen scharfes Bild, einen perfekten Kontrast und wunderbare Motive, die man gesehen haben muss, sondern auch eine exzellente Farbdarstellung. Die hervorragende Qualität bleibt während der gesamten Spielzeit des Filmes bestehen und sorgt für zahlreiche Aha-Momente. So und nicht anders hat eine Bildreferenz auszusehen.

Neben der hohen Qualität des Visuellen kann auch der Ton eindeutig punkten. Obwohl es keine Szenen gab, die mit packender Action-Musik unterlegt wurden, holt die atmosphärische Räumlichkeit den Zuschauer direkt auf die sonnendurchflutete Alm mit all ihren Natur-Geräuschen. Für die umfangreiche Geschichte ist die Dauer des Filmes zwar etwas kurz bemessen, allerdings ändert dies nichts an dem positiven Eindruck, den man während und auch noch lange nach dem Schauen hat. Alles in allem ein wirklich fantastischer Film, der eine Menge Unterhaltungswert besitzt.

 

 

Review: Heidi
Die Verfilmung eines von Generationen geliebten Klassikers, in der ganz viel Herzblut steckt und die einen an vergangene Kindheitstage erinnern lässt.
Film10
Bild10
Ton9
Extras10
9.8Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Heidi: © Studiocanal

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