Eine Vater-Sohn-Beziehung wie in diesem Film darzustellen, ist John Travolta gewiss nicht leicht gefallen. Seit dem Tod seines eigenen Sohnes im Jahre 2009 sind seine Rollen wesentlich ernster geworden, weshalb „Der Auftrag“ schon fast wie ein Verarbeitungsversuch der schlimmen Tragödie wirkt.

Hier spielt er den Meisterfälscher Raymond Cutter, der zunächst aus unbekannten Gründen frühzeitig aus dem Gefängnis will, obwohl er „nur“ noch zehn Monate abzusitzen hat. Jedoch ist Zeit sehr kostbar für ihn, weshalb er sich auf einen dubiosen Deal mit dem Gangster Keegan (Anson Mount) einlässt. Als Gegenleistung soll er ein Monet-Bild aus dem Museum stehlen und es durch eine selbst angefertigte Fälschung ersetzen. Bei dem Einbruch soll ihn Raymonds Vater Joseph (Christopher Plummer) unterstützen, der selbst einmal ein Profi-Einbrecher der alten Schule war. Aber auch Raymonds Sohn Will (Tye Sheridan) ist auf den Geschmack des Nervenkitzels gekommen und will seine Fähigkeiten zumindest im letzten großen Coup seines Vaters ausprobieren.

Was sich wie eine wahnwitzige Gauner-Familien-Komödie anhört, stellt sich bald als leichtfüßiges Drama heraus, denn der 16-jährige Will hat einen Hirn-Tumor und nicht mehr lange zu leben. Und so ist dieser Coup eine emotionale Abbildung der innigen Beziehung des Dreiergespanns, das in wenigen Tagen die letzten fünf Jahre von Raymonds Gefängnis-Aufenthalt nachholen möchte und aus einer unmöglichen Zwickmühle daher ein herausragendes, intelligentes und gewitztes Vergnügen macht. Auch wenn man Travolta die Schwere seiner Rolle ansieht, so kippt das Drama nie in die absolute Schwerfälligkeit um. Stattdessen gelingt es den Protagonisten, die Sympathien des Publikums für sich zu gewinnen und den Zuschauer in ihre Gruppe mit einzubeziehen. 

 

 

Review: Der Auftrag
Dieser bittersüße Heist-Movie hinterlässt ein Gemisch aus Glücksgefühl und Tragik, das sich die Waage hält. Unbedingt anschauen!
Film8
Bild7
Ton6
Extras5
6.5Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Der Auftrag: © KSM