Mitte des 17. Jahrhunderts im Film "Der Admiral – Kampf um Europa" befinden sich die aufstrebenden Niederlande im Krieg mit den beiden konkurrierenden Seemächten England und Frankreich. Zusätzlich gefährdet der Konflikt zwischen Republikanern, welche die noch junge Demokratie verteidigen, und den Orangisten, die eine Monarchie befürworten, den inneren Frieden und droht, in einen Bürgerkrieg zu münden.

In dieser schier ausweglosen Situation wird Michiel de Ruyter (Frank Lammers) zum Admiral der holländischen Flotte ernannt. Mit strategischem Geschick und Wagemut gelingt es dem kampferprobten Kommandeur vorerst, die Belagerer zurückzudrängen. In der Folge wird er zu einem Volkshelden und steigt zu einem angesehenen Mann mit politischem Einfluss auf. Doch seine neugewonnene Beliebtheit ist den Mächtigen, die die diplomatischen Geschicke seines Landes verantworten, ein Dorn im Auge: Sie beschließen, den mehrfachen Familienvater auf ein Himmelfahrtskommando zur See zu schicken…

Mit einem Budget von etwa 8 Millionen Euro ist „Der Admiral – Kampf um Europa“ der viertteuerste Film, der je in den Niederlanden gedreht wurde. Das Ergebnis kann sich allemal sehen lassen: Regisseur Roel Reiné, seines Zeichens unter anderem verantwortlich für Teil zwei und drei der „Death Race“-Reihe, inszenierte ein überdimensioniertes Seefahrerepos rund um den holländischen Nationalhelden de Ruyter. Allem voran die detailversessenen Kulissen wissen zu gefallen: Gedreht wurde unter anderem auf vier orignalgetreuen Nachbauten von Kriegsschiffen aus dem 17. Jahrhundert.

Doch all der Bombast hat auch seine Schattenseiten: So mangelt es den Figuren leider doch um einiges an Tiefe. Dies ist leider umso tragischer, als dass es nicht gelingt, aus dem Nationalhelden Michiel de Ruyter eine Figur wie Russel Crowes „Maximus“ in Ridley Scotts „Gladiator“ oder auch einen „William Wallace“ wie in Mel Gibsons „Braveheart“ als identitätsstiftende Instanz für den Zuschauer zu konstruieren. Auch wenn Frank Lammers seinen Admiral durchaus überzeugend robust gibt, so donnert die zwei Stunden andauernde Materialschlacht dann doch recht emotionsarm auf einen ein. Insgesamt ist „Der Admiral“ aber ein enorm bildgewaltiges Fest für die Sinne.

 

 

Review: Der Admiral – Kampf um Europa
Wunderschön anzusehendes Historienepos mit wenig Tiefgang à la Michael Bay – für HD-Freunde mit einem Faible für exorbitante Seeschlachten.
Film6.5
Bild8.5
Ton7.5
Extras3.5
6.5Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Der Admiral – Kampf um Europa: © Lighthouse Home