Der Palasteunuch Wei Zhongxian zählt zu den finstersten Gestalten der chinesischen Geschichte. Er lebte während der Ming-Dynastie und diente am Hof des Kaisers Tianqi.

In dieser Zeit setzten die Kaiser sehr viel Vertrauen in das Tun und Handeln der Eunuchen und da Tianqi selbst nur wenig Interesse an der Politik seines eigenen Landes aufzeigte, überließ er Wei weitgehend die Regierungsgeschäfte. Die Nöte der Bevölkerung spielten für diesen allerdings keinerlei Rolle und so bereicherte er sich an den Staatseinnahmen, ließ sich Tempel bauen und kontrollierte schon bald mit Hilfe einer Geheimpolizei die gesamte Verwaltung des Reiches. Diese Schreckensherrschaft sollte erst 1627 mit dem Tod von Tianqi enden, denn seinem Nachfolger, Kaiser Chongzhen, war der machthungrige Eunuch ein Dorn im Auge, der umgehend aus dem Weg geräumt werden musste.

Die Auftragskiller des Kaisers

Genau in dieser Zeit spielt der Martial-Arts-Streifen „Brotherhood Of Blades“. Die drei Assassinen Lu (Qianyuan Wang), Shen (Chen Chang) und Jin (Dong-xue Li), Auftragskiller der Elitetruppe der kaiserlichen Garde, sollen sich für das frisch eingesetzte Staatsoberhaupt die Hände schmutzig machen und werden beauftragt, Wei Zhongxian (Shih-Chieh Chin) zu töten. Problemlos finden die Blutsbrüder den Eunuchen und treiben ihn in die Enge. Allerdings weiß sich der findige Beamte mit einer List zu wehren: Er macht einem der Drei ein Angebot, das er nicht ablehnen kann, woraufhin dieser das Schwert gegen seine Mitstreiter richtet. Mit diesem Verrat kann die Gruppe nur schwer umgehen, doch schon bald müssen die drei Krieger erkennen, dass sie in Wirklichkeit das Bauernopfer einer groß angelegten Verschwörung sein sollen. Doch so einfach wollen sie sich nicht ausspielen lassen und beschließen, sich gemeinsam gegen die scheinbar übermächtigen Intriganten zu stellen.

Helden mit Schwächen

Der noch relativ unbekannte Regisseur Yang Lu („My Spectacular Theatre“, 2010) bedient sich in seinem neuesten Film bekannter Muster, in denen dunkle Machenschaften, Verrat, Ehre und bedingungslose Treue thematisiert werden. Einziger Unterschied ist, dass sich seine Protagonisten nicht als schemenhafte Heldengestalten darstellen, die jederzeit tugendhaft handeln, sondern als „stinknormale“ Männer, die eigene Sorgen haben und vom Leben gebeutelt wurden. Der eine will eine Kurtisane aus dem Freudenhaus freikaufen, der andere braucht dringend Geld, weil er erpresst wird und der dritte im Bunde will seine Karriere mit Bestechung voranbringen. Als sich die Auftragskiller dann auch noch in die dunklen Machenschaften der Regierenden hineinmanövrieren, nimmt das Leiden kein Ende mehr. Dabei fällt es dem Zuschauer immer schwerer, sich mit den Assassinen zu identifizieren, da sich die Figuren im Laufe der Geschichte immer mehr in Nebenhandlungen verstricken.

Visuelles Feuerwerk

Von diesen erzählerischen Ungereimtheiten mal abgesehen, überzeugt „Brotherhood Of Blades“ vor allem durch seine Bildkraft. Die Kampfszenen sind gut choreographiert und durch einige Slow-Motion-Aufnahmen auch episch bestens in Szene gesetzt. Das Bild ist sehr dunkel gehalten, damit Rot- und Gelbtöne comichaft in den Vordergrund gerückt werden können. Eine stimmige Sache, wären da nicht Unmengen an CGI-Blut, die in die Kamera spritzen.

Ansonsten kommt die Blu-ray mit einer soliden Grundschärfe daher, die allerdings stellenweise durch eine starke Bildkörnung getrübt wird. Akustisch überzeugt die Scheibe mit einem dynamischen und spannungsgeladenen Score, der abgemischt in DTS-HD MA 5.1 einige bemerkenswerte Soundeffekte bereithält. Klirrende Schwerter und lebensbedrohliche Pfeile, die surrend direkt in Richtung Zuschauer fliegen, sorgen dabei für eine realistische Klangkulisse. Lob gibt es zudem für die gelungene deutsche Synchronisation, die für viel Atmosphäre sorgt. Ein wenig enttäuschend ist dagegen die Bonusabteilung, die außer dem Originaltrailer keine weiteren Extras beinhaltet.

 

 

Review: Brotherhood Of Blades
Tod, Verrat und Ehre – Regisseur Yang Lu gibt uns mit seiner fiktiven Martial-Art-Geschichte einen guten Einblick in die düstere Zeit der Ming-Dynastie.
Film7
Bild7
Ton8
Extras0.5
5.6Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Brotherhood Of Blades: © Pandastorm