Oskari (Onni Tommila) hat eine Mission zu erledigen: Die Tradition seines Volkes verlangt, dass jeder Junge im Alter von 13 Jahren allein in die finnische Wildnis aufbricht, um selbstständig ein prächtiges Tier zu erlegen. Gelingt ihm dies, so hat er bewiesen, dass er ein echter Mann ist.

Doch als der schüchterne Junge sich auf den Weg in die Berge macht, ahnt er noch nicht, dass eine weitaus größere Mission auf ihn zukommt, als irgendwer geahnt hätte. Zeitgleich spielt sich tausende Meter über ihm ein wahres Horrorszenario ab. Die Airforce One, mit dem amerikanischen Präsidenten William Alan Moore (Samuel L. Jackson) an Bord, ist das Abschussziel einer terroristischen Gruppierung. Nur in letzter Minute gelingt es dem Präsidenten das Flugzeug mit einer Rettungskapsel zu verlassen, die der junge Oskari kurz darauf in den finnischen Wäldern findet. Doch das Schlimmste ist noch nicht überstanden, denn die Attentäter eröffnen auch am Boden die Jagd auf den Präsidenten. Ohne jegliche Orientierung und Schutz ist der mächtigste Mann der Welt auf die Hilfe des Jungen angewiesen. Es folgen die adrenalingeladensten Stunden, die das ungleiche Duo wohl je erlebt hat. Wo soll man nur anfangen? Regisseur Jalmari Helander bietet allen Actionfans ein atemberaubendes Drunter und Drüber.

Big Game – Small Guy

Das größtenteils in den Alpen gedrehte Actionabenteuer vermeidet zudem auch noch so einige Klischees und betrachtet die Handlung mit erfrischender Selbstironie. Aber keine Sorge, wohnzimmererschütternde Explosionen und ohrenbetäubenden Kugelhagel gibt es trotzdem zur Genüge. Da hat der Präsident schon mal ein Maschinengewehr in der Hand und könnte einen der Terroristen umlegen, aber weiß nicht, dass man zuerst durchladen muss, bevor man feuert. So ein Ärger. Samuel L. Jackson spielt einen US-Präsidenten, der ausnahmsweise mal nicht den kompletten Durchblick hat, was Waffenbedienung und Kampftechniken betrifft.

Und auch der zu Anfang schwächliche Oskari wächst nicht in wenigen Stunden zum ausgereifenten Actionhelden heran. Nach mehreren Übungen und Versuchen gelingt es ihm zum Ende des Filmes noch immer nicht einen annähernd gefährlichen Pfeil abzuschießen. Herrlich wahrheitsgetreu eben, zumindest diese beiden Charaktere. Denn was die Handlung betrifft, so fallen einige Logiklöcher auf, die man nicht ohne Weiteres ausblenden kann. Trotzdem sollte die Freude am Film für wahre Actionliebhaber nicht verloren gehen. Das Ansehen lohnt sich dennoch. „Big Game“ bleibt zu jedem Zeitpunkt unglaublich spannend, mitreißend und noch dazu lustig. Sehenswert ist auch das kontrastreiche Bild, welches vor allem in der Zeitlupe mit gestochen scharfen Details begeistert. Der DTS-HD MA 5.1-Ton bringt jede Explosion wortwörtlich mit umwerfender Räumlichkeit direkt zu Ihnen ins Wohnzimmer.

 

 

Review: Big Game - Die Jagd beginnt
Spürbar hautnahe Wohnzimmeraction mit vereinzeltem selbstironischen Humor und rasantem Tempo, die ganz bestimmt niemanden seelenruhig auf dem Sofa sitzen lässt.
Film8
Bild8.5
Ton8
Extras6
7.6Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Big Game: © Ascot Elite Home