Ganz schön was los im Märchenwald: Der Prinz (Chris Pine) veranstaltet einen königlichen Ball, auf den Cinderella (Anna Kendrick) unbedingt gehen möchte. Doch die böse Stiefmutter und ihre beiden Töchter wissen dies zu verhindern, indem sie Aschenputtel zahlreiche Hausarbeiten aufgeben.

Unterdessen wird der junge Hans (Daniel Huttlestone) von seiner Mutter (Tracey Ullman) beauftragt, die einzige Kuh gewinnbringend auf dem Markt zu verkaufen, da das Tier schon seit einiger Zeit keine Milch mehr gibt. Auch Rotkäppchen (Lilla Crawford) hat einige Besorgungen zu erledigen. Ihre Oma benötigt dringend einen Laib Brot und andere köstliche Backwaren, die der ortsansässige Bäcker (James Corden) natürlich „kostenlos“ für das besonnene Mädchen bereitstellt. Ach ja, zu guter Letzt wäre da noch die Hexe (schließlich kommt ja in jedem Märchen eine vor), die ebenfalls ein Anliegen an die Bäckerfamilie hat: Sie will kein Brot, sondern ewige Schönheit. Um diese zu erlangen, benötigt sie eine Kuh, so weiß wie Milch, einen Umhang so rot wie Blut, Haare so gelb wie Mais und Schuhe aus reinem Gold. Als Gegenleistung erfüllt die Hexe (Meryl Streep) dem Bäcker und seiner Frau (Emily Blunt) den langersehnten Kinderwunsch, den sie durch einen Fluch bisher zu verhindern wusste.

Verzwickte Handlung

Die turbulente Geschichte aus dem Märchenwald, die die weltbekannten Handlungsmuster aus den Geschichten von „Rotkäppchen“, „Rapunzel“, „Aschenputtel“ und „Hans und die Bohnenranke“ beinhaltet, basiert auf dem gleichnamigen Broadway-Musical von Stephen Sondheim, der sich mit seinen Stücken „West Side Story“ (nur Text, 1957) und „Sweeney Todd“ (Text und Musik, 1980) einen internationalen Namen machte. Für die Regie fand sich der erprobte Rob Marshall, dessen Musical-Verfilmung „Chicago“ (2002) mit sechs Oscars honoriert wurde

Besieht man sich die Besetzung, kommt man aus dem Schwärmen nicht mehr heraus: Schauspielgrößen wie Meryl Streep, Emily Blunt, Chris Pine und Johnny Depp liefern beste Ausgangsbedingungen für ein zauberhaftes Märchen-Musical. Doch was helfen die besten Voraussetzungen, wenn das Drehbuch einfach nur schwach ist? Es gibt zwar ein großes Happy-End, aber das befindet sich in der Mitte des Films! Danach beginnt der zweite Akt, in dem gezeigt wird, dass auch Märchenfiguren vom Alltag genervt sein können. Zusehends geht der Story die Puste aus und das Fehlen einiger Songs aus der Musical-Vorlage macht sich schließlich bemerkbar.

Märchenhafte Kulissen

Visuell begeistert „Into The Woods“ mit fantastisch düsteren Kulissen und Kostümen. Das kontrastreiche Bild ist von höchster Schärfe und lässt auch kleinste Details nicht verschwinden. Natürlich wird in einer Musical-Verfilmung sehr viel gesungen. Die Songs werden im englischen Original-Ton mit deutschen Untertiteln vorgetragen, während die restlichen Dialoge als deutsche Synchronisation vorliegen. Durch den stimmigen 7.1-Surround-Mix wird der Zuschauer mitten ins Geschehen gezogen. Wer sich nach dem zweistündigen Musical-Märchen noch nicht satt gesehen hat, kann sich über das umfangreiche Bonusmaterial freuen, das neben einem Making-Of, einem Blick hinter die Kulissen und einem Featurette über den großartigen Cast noch ein zusätzliches Lied – gesungen von Meryl Streep – beinhaltet.

 

 

Review: Into The Woods
Nach der ersten Hälfte geht dem fantastischen Märchen-Musical die Puste aus. Da hilft auch kein Kurzauftritt von Johnny Depp oder eine entzückende Performance von Meryl Streep.
Film6
Bild9
Ton8.5
Extras5.5
7.3Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Into the Woods: © Disney Home