Die Film- und Medienstiftung NRW arbeitete 2015 bereits im fünften Jahr als Förderer und Standortagentur für das Film- und Medienland NRW. So unterstützte sie insgesamt 406 Projekte mit rund 33,6 Mio. Euro und ist damit trotz Mittelkürzungen weiterhin finanzstärkste deutsche Länderförderung. Zusätzlich flossen über 1 Mio. Euro (1.065.590 Euro) über das Creative Europe-Programm und rund 7 Mio. Euro über den Create Media NRW-Wettbewerb in die Film- und Medienbranche NRW, so dass in Nordrhein-Westfalen rund 40 Mio. Euro Förderung für Film und Medien zur Verfügung gestellt werden konnten. Mit eigenen und geförderten Veranstaltungen, Festival- und Messeauftritten im In- und Ausland und umfassender Öffentlichkeitsarbeit verantwortet die Film- und Medienstiftung Standortmarketing und -entwicklung.

In der Produktion wurden 123 Film- und Fernsehprojekte mit 27,7 Mio. Euro gefördert. Rund 20 Mio. Euro gingen an 73 Kinoproduktionen wie „Junges Licht“, „The Odd Couple“ oder „Gleißendes Glück“ und 7,2 Mio. Euro an 10 außergewöhnliche TV-Projekte, darunter auch das aufwändige Serien¬projekt „Babylon Berlin“ von Tom Tykwer, Hendrik Handloegten und Achim von Borries. 7,27 Mio. Euro gingen an internationale Koproduktionen, mit 2,5 Mio. Euro wurden Dokumentarfilme gefördert, und 4,7 Mio. Euro gingen in die Förderung von Nachwuchsprojekten, Debüts und die Abschlussfilmförderung. Ebenso wurden 7 Kinder- und Jugendfilme mit insgesamt 2,86 Mio. Euro unterstützt, darunter „Vampirschwestern 3“ und „Smaragdgrün“. Die Entwicklung von innovativen Inhalten und Games, TV-Formaten und Standortprojekten wurde mit 1,4 Mio. Euro gefördert. Insgesamt lag der Schwerpunkt in Förderung und Dreharbeiten 2015 bei deutschen Produktionen.

2015 war ein außergewöhnlich starkes Drehjahr in NRW. An rund 1.000 Drehtagen, u.a. bei Großproduktionen wie „Das Tagebuch der Anne Frank“ mit Martina Gedeck, „Jeder stirbt für sich allein“ mit Emma Thompson, „Das Löwenmädchen“ Rolf Lassgård und Ken Duken, „Paula“ mit
Carla Juri, „Gotthard“ mit Joachim Król und „Winnetou“ mit Wotan Wilke Möhring, konnte NRW seine Studios auslasten und seine hervorragende Expertise bei Setbau, Szenenbild oder Kostüm unter Beweis stellen. Drehs wie „Radio Heimat“ und „Junges Licht“ mit Charly Hübner machten außerdem deutlich, welch großes Potenzial an Geschichten und Drehorten das Ruhrgebiet bietet.

2015 brachte zahlreiche große Premierenevents nach NRW. Zu den Filmstarts von „Frau Müller muss weg“, „Gespensterjäger“, „Halbe Brüder“, „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“, „Mara und der Feuerbringer“ oder „Der Staat gegen Fritz Bauer“ organisierten die Filmverleiher aufwändige Publikumspremieren mit vielen Stars vor meist mehr als 1.000 Premierengästen. Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 66 Filmpremieren vor Kinostart statt. Prominente Schauspieler wie Daniel Brühl, Moritz Bleibtreu, Fahri Yardim, Burghart Klaußner, Christiane Paul, Ronald Zehrfeld, Christian Ulmen, Frederick Lau, Aylin Tetzel, Ulrich Tukur oder Anke Engelke waren bei Dreharbeiten und Premieren zu Gast. Hinzu kamen zahlreiche weitere Filmpräsentationen bei Filmreihen und Festivals wie der Cologne Conference, bei der der vielfach prämierte Regisseur Paolo Sorrentino den Filmpreis Köln entgegennahm, weitere Gäste bzw. Preisträger waren Tom Tykwer, Joshua Oppenheimer und Nora von Waldstätten.

Zu den erfolgreichsten filmstiftungsgeförderten Kinofilmen des Jahres 2015 gehörten Komödien wie „Er ist wieder da“ (insgesamt 2,4 Mio. Besucher), „Frau Müller muss weg“ (1,15 Mio.), „Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft“ (seit Start über 800.000, davon 596.00 in 2015) oder Arthouse Produktionen wie „Der Staat gegen Fritz Bauer“ (245.000) oder „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“ (114.000). Bei den großen internationalen Filmfestivals räumten geförderte Produktionen zahlreiche Preise ab. „Der Staat gegen Fritz Bauer“ wurde u.a. mit dem Publikumspreis von Locarno prämiert, Hauptdarsteller Burghart Klaußner mit dem Bayerischen
Filmpreis. An „Babai“ ging u.a. der Regie-Preis in Karlovy Vary. Je zwei Lolas erhielten „Zeit der Kannibalen“ und „Die geliebten Schwestern“. Das französisch-deutsch-türkisch koproduzierte Debüt „Mustang“ lief nach Cannes auf zahlreichen weiteren Festivals, er erhielt u.a. den Europäischen Filmpreis, eine Golden Globe Nominierung, das Europa Cinemas Label in Cannes, den LUX-Filmpreis des Europäischen Parlaments und ist aktuell für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert.

Auch 2016 startete Erfolg versprechend: „Mustang“ erhielt eine Oscar-Nominierung. Das Filmland NRW ist mit 13 jungen Filmen beim Filmfestival Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken vertreten und mit über 20 Filmen in allen Reihen bei der Berlinale, darunter der internationalen Koproduktion „Jeder stirbt für sich allein“ (Regie Vincent Perez, Produzent X Filme, mit Emma Thompson, Daniel Brühl, Brendan Gleeson) im Wettbewerb. Beim Sundance Film Festival und dem International Film Festival Rotterdam Ende Januar werden weitere NRW-geförderte Produktionen, wie „Wild“ von Nicolette Krebitz (Heimatfilm) gezeigt.

Gegründet wurde die Film- und Medienstiftung NRW am 27. Februar 1991. In der ersten Sitzung des Förderausschusses im April 1991 wurde u.a. der später Oscar-nominierte Film „Schtonk“ von Helmut Dietl gefördert. Bis zur 150. Sitzung des Förderausschusses im Frühjahr 2015 folgten rund 7.300 Projekte und insgesamt 742 Millionen Euro Förderung, darunter erfolgreiche Film- und TV-Produktionen wie „Lola rennt“ (1998, 2,3 Mio. Besucher), „Der Schuh des Manitu“ (2001, 11,7
Mio.), „Die Manns – Ein Jahrhundertroman“ (2001, 4,3 Mio.), „Die fabelhafte Welt der Amélie“ (2001, 3,2 Mio.), „Good Bye, Lenin!“ (2003, 6,6 Mio.), „Das Wunder von Bern“ (2003, 3,7 Mio.), „Die große Stille“ (2005, 194.000), „Dresden“ (2006, 12 Mio.), „Der Vorleser“ (2009, 2,2 Mio. ), „Pina“(2011, 513.000), „Melancholia“ (2011, 279.000), „Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013, 7,2 Mio.), „Rush – Alles für den Sieg“ (2013, 548.000) „Der Medicus“ (2013, 3,6 Mio.) oder „Stromberg – Der Film“ (2014, 1,3 Mio.).

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