In Baby Driver läuft Action im Takt der Musik. Baby ist der beste Fluchtwagenfahrer aller Zeiten, doch er versucht, seinem kriminellen Leben zu entkommen. Währenddessen lernt er die Liebe seines Lebens kennen. Der Hype um Baby Driver ist groß. Ob der Film den Erwartungen auch gerecht wird, erfahren Sie in der folgenden Review.

Baby (Ansel Elgort) ist ein Fahrer. Nein, nicht irgendein Fahrer. Er ist einer der Besten! Mit seinem Talent garantiert er den Erfolg zahlreicher Banküberfälle. Baby mag Musik. Er hört sie, er produziert sie, aber vor allem braucht er sie. Denn seit einem Autounfall, bei dem er beide Eltern verlor, leidet Baby an Tinnitus. Riesige Schulden hat er auch noch, doch die kann er Auftrag für Auftrag bei „Doc“ (Kevin Spacey) abbezahlen. Dass dieser ihn danach für immer gehen lassen würde, war allerdings eine naive Annahme. Inzwischen steht nicht mehr nur Babys Leben auf dem Spiel, sondern auch das seines Ziehvaters Joseph (CJ Jones) und seiner neuen Freundin Debora (Lily James). Baby ist einer der besten Fluchtfahrer, doch vor seinen Verantwortungen kann er nicht flüchten. Die Schuld, das Gewissen, die Gefahr und die Liebe – sie alle sind ihm direkt auf den Fersen.

Musik, Autos und Knarren

Als Regisseur ist Edgar Wright vor allem für die Cornetto-Trilogie bekannt und die Comicverfilmung „Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt“. Auch Baby Driver hat den typischen Wright-Charme, weicht aber dennoch von dessen bisherigen Projekten ab. Comedy steht hier nicht mehr im Vordergrund, sondern hält sich die Waage mit Drama und Action. Statt der überzogenen visuellen Effekte eines „Scott Pilgrim“, legt er mehr Wert auf die akustischen Effekte. Denn der Film ist fast vollständig mit Musik unterlegt. Bilder und Musik laufen passend im Takt zueinander ab und ergeben ein stimmiges audiovisuelles Erlebnis. Dazu addieren sich die spektakulären Verfolgungsjagden, in denen Baby seine Konkurrenten aus „Fast and Furios“, „The Transporter“ oder „Taxi Taxi“ locker in den Schatten stellt.

Baby Driver

(v.l.n.r.) Griff (Jon Bernthal), Darling (Eiza Gonzalez), Baby (Ansel Elgort) und Buddy (Jon Hamm). ©2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Er kennt nicht nur die besten Strecken Atlantas und wagt die gefährlichsten Manöver. Baby benutzt sein Auto geradezu wie einen verlängerten Arm, um beispielsweise Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Hier wird mit Autos nicht nur gefahren, hier wird mit Autos gekämpft!
Doch obwohl sich die Höhepunkte um Fahrzeuge drehen, ist Baby Driver vordergründig eben doch ein Musikfilm. Ist Baby glücklich, tanzt er mit seinem iPod durch die Straßen. Und auch auf Debora wird er wegen ihres Gesangs zuerst aufmerksam. Musik ist alles für Baby und bedeutet alles für diesen Film. Damit schafft er es, den Zuschauer so sehr zu fesseln, dass die wenigen ruhigen Momente beinahe befremdlich wirken.

Der perfekte Film?

Der Hype um „Baby Driver“ war im Voraus enorm hoch. Einige bezeichneten ihn sogar als besten Film aller Zeiten. Sicher gehört Edgar Wright zu den beliebtesten Personen im Filmbusiness. Sein Style, die schnellen Schnitte, der Humor – der Name Edgar Wright ist inzwischen eine Marke geworden. Während er in der Cornetto-Trilogie noch gemeinsam mit Simon Pegg am Drehbuch schrieb, versucht er es seit Scott Pilgrim in anderen Kombinationen und schrieb „Baby Driver“ sogar vollkommen allein. Das macht sich bemerkbar. Gerade Baby ist als Charakter nur schwer nachvollziehbar. In der Anfangsszene des Films führt er in seinem Auto einen merkwürdigen Tanz vor und wird dem Zuschauer als Möchtegern präsentiert. In späteren Interaktionen scheint er jedoch tatsächlich der coole Held zu sein. Seine Liebe zur Musik ist zudem zwar durch seinen Tinnitus begründet, die Musikauswahl passt allerdings eher zu einem Edgar Wright, als zum jungen Helden dieses Films.

Baby Driver

Baby (Ansel Elgort) ist Stammgast in Deboras (Lily James) Diner, wo sich die beiden zum ersten Mal kennen lernen. ©2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Etwas problematisch ist auch die Liebesbeziehung zu Debora, die kein wirkliches Fundament zu haben scheint. Außer, dass hier zwei attraktive Schauspieler aufeinander treffen. Auch die Gangster, mit denen er es zu tun bekommt, wie „Griff“ (Jon Bernthal), „Buddy“ (Jon Hamm) und „Bats“ (Jamie Foxx), scheinen alle ungefähr dem gleichen Muster zu entsprechen und ähnliche Verhaltensweisen abzuspielen.

Zum Glück werden diese Schwächen von der allgemeinen Stimmung und der schnellen Erzählweise des Films verdeckt. Auch ist die Haupthandlung sehr spannend erzählt und lässt den Zuschauer mit Babys Problemen und Konflikten mitfühlen. Baby Driver ist ein Erlebnis, auf das man sich einlassen und alles um sich herum abschalten kann.

Seinen Sinn für Style und Action bewies Edgar Wright bereits in seinen anderen Filmen. Wer Baby Driver mag, sollte auch mal einen Blick auf Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt werfen. Die gesamte Cornetto-Trilogie gibt es außerdem zusammen als gesamtes Blu-ray-Set.

Review: Baby Driver
Musik, Takt, Style und eine Flut an coolen Szenen gleichen die Schwächen des Drehbuchs aus.
Film9
Bild8
Ton9
8.7Gesamtwertung

Bildquellen:

  • Fluchtwagen: © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH
  • Baby und Debora: © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH
  • Baby Driver: © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*