Edel:Motion bringt die ersten beiden Folgen („Kramer gegen Kramer“ und „Kommen und Gehen“) der beliebten TV-Serie "Hotel Heidelberg". Die Serie hat alles, was Erfolg ausmacht. Idyllische Motive, wie für Postkarten, dazu ein wenig Lokalkolorit für Liebhaber der Stadt am Neckar. Die hochkarätigen Darsteller, amüsante bis geistreiche Dialoge und natürlich anrührende Geschichten mitten aus dem Leben gegriffen sind die Garanten für eine erfolgreiche Fernsehserie. Die deutsche ARD-/Degeto-Produktion "Hotel Heidelberg" ist mit durchschnittlich 4 Millionen Zuschauern ein Hit. Die DVD erscheint am 26. Mai 2017.

Zugegeben mit ihrer Lage direkt am Heidelberger Schlossberg ist die entzückende Jugendstilvilla der ideale Schauplatz für turbulente Geschichten um die chaotische, aber liebenswerte Familie Kramer. Allen voran steht die exzentrische Hotelchefin Hermine Kramer, wunderbar verkörpert von Hannelore Hoger. Sie liegt im Dauerstreit mit ihrer Familie, die sie als spießbürgerlich empfindet. Von ihrem Mann, dem emeritierten Professor und Philosophen Günter (Rüdiger Vogler) ist sie seit Jahren getrennt. Ihr gemeinsamer Sohn Stefan (Stephan Grossmann) nimmt seinen Eltern übel, dass er als einziges Kind in seiner Klasse in einer Badewanne geboren wurde, wobei er fast ertrunken wäre. Und die älteste Tochter Annette (Ulrike C. Tscharre) steht kurz vor der Privatinsolvenz und schlägt sich als allein erziehende Mutter mit ihrem pubertierenden Sohn herum. Sie gibt sich größte Mühe das Hotel über Wasser zu halten, denn ihre Mutter hat das traditionsreiche Hotel schon längst in die Schuldenfalle getrieben.

Hotel HeidelbergAnnettes Therapeut (von ihrer Mutter despektierlich „Irrenarzt“ genannt) und zukünftiger Gemahl Dr. Ingolf Muthesius (Christoph Maria Herbst) steht bei Hermine nicht hoch im Kurs, denn als Schwiegersohn in spe ist er völlig indiskutabel für ihr Töchterchen. Da hat Hermine schon eher was für Ingolfs kapriziöse Mutter (Maren Kroymann) übrig, die beim familiären Kennenlernessen im piekfeinen Restaurant unter reichlich Alkoholeinfluss den Satz in die Runde wirft: „Heidelberg ist vollkommen scheiße; die langweiligste, bürgerlichste Umgebung, in der ich je gelebt habe…“.

Das soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Hauptdarsteller voll des Lobes über die traumhaft schöne Stadt am Neckar sind. Ganz besonders, wenn man sich die vielen Touristen aus der Stadt wegdenkt. Und Christoph Maria Herbst fügt schmunzelnd hinzu: „…so wie wir arbeiten, machen andere ihren Urlaub… Beim Dreh im Sommer 2015 bin ich bei 37° den Neckar entlang gejoggt und hätte fast `nen Infarkt dabei bekommen – dann hätte ich tatsächlich mein Herz in Heidelberg verloren…“. Dem Ensemble merkt man die Freude am Schauspiel an. Dennoch ist „Hotel Heidelberg“ nicht nur humorvoll und mitunter skurril, die Serie schlägt auch sentimentale, ernstere Töne an, denn es entwickelt sich in der Familien-Dramödie durchaus Nachdenkliches zu den Themen Selbstmord, Tod und den Umgang mit Alkoholabhängigkeit. Es geht eben um das Auf und Ab im Leben, einfühlsam und locker dargestellt.

„Hotel Heidelberg“ erinnert entfernt an Vicky Baums Bestseller „Menschen im Hotel“ oder die populäre deutsche TV-Serie „girl friends – Freundschaft mit Herz“, die seinerzeit in 92 Folgen über die Bildschirme flimmerte. Auch „Hotel Heidelberg“ hat alle Voraussetzungen, ein ebensolcher Dauerbrenner zu werden.

 

Bildquellen:

  • „Hotel Heidelberg“ – Cover: Bild: Edel:Motion
  • „Hotel Heidelberg“ – Crew: Bild: Bild: ARD Degeto/Martin Menke