"Foxtrot" nennt sich der neue Kinofilm des Regisseurs Samuel Maoz, der schon mit "Lebanon" einen vieldiskutierten Streifen ablieferte. Der Film wurde von den Kritikern gefeiert und beim Filmfestival in Venedig mit dem Großen Preis der Jury, dem Silbernen Löwen, ausgezeichnet. In Israel selbst wurde der Film kontrovers diskutiert. Das stark emotionale Drama kommt am 12. Juli 2018 im Verleih von NFP marketing & distribution und im Vertrieb von Filmwelt Verleihagentur in die Kinos.

Ein Klopfen an der Tür, der wohlsituierten Tel Aviver Architekten Michael und seine Frau Dafna öffnen. Was in den nächsten Minuten passiert, verändert das Leben des Ehepaars und ihre kleine Familie. Sie erhalten die Nachricht vom Tod ihres 19‐jährigen Sohnes Jonathan. Der Sohn leistete gerade seinen Militärdienst in der israelischen Armee. Im Kampfeinsatz wurde er getötet. Das Leben des Ehepaars gerät aus der Bahn. Die psychische Belastung scheint unmenschlich groß, an ein normales Familienleben ist nicht zu denken. Der Schock und die Trauer wechselt ab mit Verständnislosigkeit und rasender Wut. Dem Ehepaar bröckelt der Boden unter ihren Füßen weg. Da passiert etwas außergewöhnliches und eine unerwartete Wendung tritt in das Leben des Paares ein. Das Leben nimmt zum wiederholten Male eine neue Richtung. Ist es der Ausweg aus ihrem unverschuldetem Unheil.

FoxtrotEinstein sagte einmal, der Zufall sei Gottes Weg anonym zu bleiben. Foxtrot ist der Tanz eines Mannes mit seinem Schicksal“, sagt Samuel Maoz über seinen Film. Sein Anti-Kriegsfilm besticht mit betörenden und kunstvoll komponierten Bildern.

Wir alle sind traumatisiert. Unsere emotionale, instinktive Erinnerung an den Holocaust, selbst wenn wir ihn nicht selbst erlebt haben, ist stärker als die heutige Realität oder logische Wahrnehmung. Und sie vermittelt uns, dass wir uns ständig in Gefahr befinden, in einem ewigen Krieg. So tanzt jede Generation den Foxtrot aufs Neue„, sagt Samuel Maoz und fordert damit mehr Selbstkritik, ohne die das Land nicht wachsen könne. Gerade diese Einstellung brachte Maoz Ärger mit der nationalistisch eingestellten Kulturministerin Miri Regev ein und führte in Israel zu einer kontroversen Diskussion um den Film.

Wenn ich meine Heimat kritisiere, dann weil ich mich sorge, weil ich sie beschützen will und letztendlich, weil ich sie liebe„, so Maoz. Der Regisseur, der als junger Mann selbst Panzerfahrer war, setzte sich bereits in seinem vielfach ausgezeichneten Debütfilm „Lebanon“ differenziert mit dem israelischen Militär auseinander.

Inzwischen erhielt die israelisch-­‐deutsch-­‐französische Koproduktion (Spiro Films, Pola Pandora Filmproduktion, A.S.A.P. Films, KNM, Bord Cadre Films) zahlreiche weitere Auszeichnungen, darunter allein neun Ophir Awards sowie die Auszeichnung der Ökumenischen Jury beim 32. Internationalen Filmfestival Fribourg.

Details zu „Foxtrot“

  • Buch & Regie: Samuel Maoz
  • Darsteller: Lior Ashkenazi, Sarah Adler, Yonatan Shiray, Gefen Barkai u.v.a.
  • Produktionsland: Israel, Deutschland, Frankreich
  • Produktionsjahr: 2018
  • Laufzeit: 113 Minuten
  • Originalsprache: Hebräisch, Arabisch, Deutsch

Bildquellen:

  • „Foxtrot“ – Plakat: Bild: © NFP marketing & distribution*. Alle Rechte vorbehalten.
  • „Foxtrot“ – Szene: BIld: © NFP marketing & distribution*. Alle Rechte vorbehalten.