Haben Sie auch davon geträumt, einmal im Leben Gott zu spielen? Endlich den verhassten Menschen einen göttlichen Streich zu spielen! Den Reichen das Geld zu nehmen und den Armen zu schenken. Die bösen Menschen zu bestrafen und die Guten zu belohnen? Aber wer ist böse, wer ist gut? Wer ist reich und wer ist arm? Schon die Entscheidung darüber ist göttlich, nicht mehr allein menschlich zu bemessen. Aber unser Rechtssystem erfordert diese Antworten. Und so gibt es Menschen, die das Leben anderer Menschen bewerten. Ken Feinberg ist ein solcher Mensch. Er ist Anwalt für Entschädigungszahlungen. Und er berechnet den Wert eines Menschen. "Playing God" ist eine Dokumentation über einen Menschen, der Gott spielt, weil es einer tun muss. Der Kinostart ist am 8. Februar 2018.

Wie viel ist ein Menschenleben wert? Ist der Feuerwehrmann, der am 11. September 2001 in den Twin Towers ums Leben kam, weniger wert, als das Leben eines Börsenmaklers? Wie entschädigt man  die Fischer, die durch die größte Ölkatastrophe der Menschheit ihre Existenz verloren haben? Wie viel Geld sollte der Ölmulti BP als Entschädigung zahlen? Kann man den vielen Veteranen des Vietnamkrieges mit Geld für ihre Kriegsverletzungen durch den Einsatz des hochgiftigen Entlaubungsmittels Agent Orange entschädigen? Und wie geht man mit Arbeitern um, die am Ende ihres Arbeitslebens erfahren, dass ein Großteil ihrer Rente von Fonds-Managern veruntreut wurde?

Die Fragen scheinen zynisch in Anbetracht der Schäden, die verursacht wurden. Aber es sind Fragen, die geklärt werden müssen. Sonst bleiben Fragen offen und Schicksale ungesühnt. Diese und andere Fragen stellt sich Amerikas berühmtester Spezialist für Entschädigungen, der Anwalt und Mediator Ken Feinberg.

An seinem Arbeitsplatz berechnet er den Wert eines Lebens, nach festen Kriterien. Er ermittelt die Höhe von Schäden? Auch die Schäden, die durch den Tod eines Menschen entstanden sind. Wie alt war das Opfer? Wie hoch war sein Einkommen? Wie lange hätte er noch gearbeitet? Was hätte er noch verdient?

Seine Berechnungen stoßen bei vielen Menschen auf Entsetzen. Sie verstehen nicht, dass der Wert eines Menschen sich in Dollar oder Euro bemessen lässt. Für viele ist der Wert eines verlorenen geliebten Menschen niemals mit Geld aufzuwiegen. Wo bleiben Moral und Gerechtigkeit?

Wer ist dieser Mann – ein King Solomon oder ein kühler „Pay Czar“? Was erzählen uns die unterschiedlichen Fälle, die Opfer, seine Befürworter und Gegner? Was passiert innerhalb unserer westlichen Wertesysteme, wenn Wirtschaftsinteressen und persönliche Schicksale durch Tragödien ineinander greifen? Ein tiefer Einblick in die Seele der amerikanischen Gesellschaft und eine Frage an unser aller Wertesystem.

Playing God„Playing God“ ist eine Produktion der Bildersturm Filmproduktion in Koproduktion mit Windmill Film / Niederlande, SWR und WDR in Zusammenarbeit mit arte, in Kooperation mit Geo Television, DR / Dänemark und ChannelHot8 / Israel gefördert von der Film- und Medienstiftung NRW, dem Deutschen Filmförderfonds, The Netherlands Filmfund.

Details zu „Playing God“

  • Kinostart: 8. Februar 2018
  • Regie: Karin Jurschick
  • Verleih: Real Fiction Filmverleih
  • Genre: Dokumentarfilm
  • Produktionsland: Deutschland
  • Produktionsjahr: 2017
  • Länge: 90 Min.

 

Bildquellen:

  • „Playing God“ – Plakat: Bild: (c) Real Fiction Filmverleih e.K.
  • „Playing God“ – Szene: Bild: (c) Real Fiction Filmverleih e.K.