Schicke Kleider, Mega-Stars und viele tolle Filme: die Oscars sind jedes Jahr das Highlight in Los Angeles. Dennoch sind die Einschaltquoten in den vergangenen Jahren immer weiter gesunken. Die Filmakademie will jetzt dagegen vorgehen. Mit kürzerer Sendezeit und einer neuen Filmsparte.

Die neue Sparte soll 2020 kommen, „Popular Film“ heißen und beliebte Filme, also Publikums-Hits, würdigen. Wie genau man sich diese neue Kategorie vorstellen soll und nach welchen Kriterien darin ein Oscar vergeben wird – so es denn einen gibt – das weiß man noch nicht.

Von Ende auf Anfang Februar

Was man aber weiß: die Oscars werden ab 2020 nicht mehr Ende, sondern Anfang Februar verliehen. Und: nach nur drei Stunden soll Schluss sein. Deshalb werden die Preise für einige Kategorien wohl während der Werbepausen vergeben und später zusammengefasst bekannt gegeben. Die diesjährige Gala dauerte fast vier Stunden und hatte die geringste Einschaltquote in der Geschichte der Oscar-Show. Dies will die Oscar-Academy ändern.

Konflikt mit der Berlinale

Das Ändern des Datums ist ein brancheninternes Zugeständnis: Es verkürzt die so genannte „Awards Season“, während der die Stars von Anfang Januar (Golden Globes) bis Ende Februar (Oscars) von Ehrung zu Ehrung eilen. Anfang Februar findet traditionell auch die Berlinale statt. Sollte dieses Event nicht vorverlegt werden, steht zu befürchten, dass kein wirklicher Star mehr auf der Berlinale präsent sein wird, weil sich alle auf der parallel stattfindenden Academy-Award-Verleihung tummeln.

Heftige Kritik an den Änderungen

Bereits kurz nach Bekanntgabe der Änderungspläne hagelte es in den Medien heftige Kritik. Etwa an der neuen Kategorie „Achievement in popular film“, zu deutsch: Verdienste um erfolgreiche Filme. Filmkritiker bezeichnen die Einführung  „beleidigend“. Grund für die Aufregung: Die Akademie führe damit eine Auszeichnung für kommerziell erfolgreiche Filme ein, für die es ja bereits zwei „Preise“ gibt: die Zahl der Zuschauer und die damit verbundenen Einnahmen.

Kategorie zweiter Klasse?

Außerdem werte die neue Kategorie die ausgezeichneten Filme ab, denn der Preis für Verdienste um erfolgreiche Filme sende eine fatale Botschaft: Zeichnet die bedeutendste Filmakademie der Welt etwa einen aktuellen Superhelden-Film aus, sage sie damit schließlich auch: Dieser Film hat so geringe Chancen auf einen Sieg in der Kategorie „Bester Film“, dass es eine Kategorie zweiter Klasse braucht.

Oscar-Gewinner „Shape Of Water“

Unser Bild oben zeigt eine Szene aus dem diesjährigen vierfach Oscar-Gewinner „Shape of Water“ – ausgezeichnet noch nach den alten Kategorien, unter anderem als „Bester Film“. Der Streifen ist kürzlich als DVD und Blu-ray erschienen.

Bildquellen:

  • Shape of Water BD_: Bild: © 20th Century Fox of Germany GmbH
  • Shape of Water: Bild: © 20th Century Fox of Germany GmbH