Alfred Döblin schrieb im Jahr 1927 sein Meisterwerk "Berlin Alexanderplatz" mit dem Untertitel "Die Geschichte vom Franz Biberkopf". Der ehemaligen Zement- und Transportarbeiter Franz Biberkopf wird aus dem Gefängnis entlassen und steht nun wieder in Berlin und will anständig sein. In der Neuverfilmung von "Berlin Alexanderplatz" nimmt Francis die Rolle des Franz Biberkopf ein. Francis hat die stürmische Überfahrt von Afrika nach Europa überlebt und gelobt, ein guter Mensch zu werden. Aber im modernen Berlin ist es schwierig, zu groß sind die Versuchungen, zu schwach der Wille. Und so wiederholt sich, was schon Franz Biberkopf in arge Bedrängnis gebracht hat auch bei Francis.

„Dies ist die Geschichte von Francis aus Guinea Bissau. Ihr werdet sehen, wie Francis nach Berlin kommt, wie er dreimal strauchelt und fällt. Wie er immer wieder aufsteht…“ am 23. Mai 2018 fiel die erste Klappe des neuen Kinofilms von Regisseur Burhan Qurbani („Wir sind jung. Wir sind stark“): BERLIN ALEXANDERPLATZ. Der Kinostart wird 2019 im Filmverleih eOne sein.

Ein Schiff mit Flüchtlingen an Bord gerät in einen Sturm. Mit an Bord ist Francis (Welket Bungué), der seine alten Heimat Afrika entsagen und ein neues Leben in Europa beginnen will. Der Sturm ringt ihm ein Versprechen ab, wenn er den Sturm überlebt will er ein guter und anständiger Mensch werden. Seine Gebete werden erhört, er überlebt das Unwetter und fühlt sich fortan an sein sich selbst gegebenes Versprechen gebunden. Nun ist es an ihm, seinen Schwur auch einzuhalten.

Francis Weg führt ihn nach Deutschland, wo er alles unternimmt, ein ehrliches Leben zu führen. Doch seine Lebensumstände machen es ihm nicht einfach. Wie soll er gut sein in einer schlechten Umgebung. Francis trifft auf den zwielichtigen Drogendealer Reinhold (Albrecht Schuch), noch weiß er nicht, dass sich aus dem flüchtigen Treffen eine düstere Schicksalsgemeinschaft bilden wird. Immer wieder versucht Reinhold, Francis in das Drogenmilieu hineinzuziehen. Anfänglich widersteht Francis der Versuchung, um schließlich doch jedes Mal nachzugeben. Eines Tages trifft Francis auf Mieze (Jella Haase) und verliebt sich Hals über Kopf. Eine glückliche Zeit beginnt. Aber Reinhold lässt Francis nicht aus seinen Fängen.

Alfred Döblins Romanklassiker aus dem Jahr 1929 hat nichts an seiner Aktualität verloren. Regisseur Burhan Qurbani zieht geschickt die Parallelen zur heutigen Zeit. Die Geschichte um den strauchelnden Franz Biberkopf aus dem Roman findet in dem Geflüchteten Francis ein modernes Pendant und eine neue Tragweite. In der modernen Großstadt Berlin nimmt „Berlin Alexanderplatz“ Elemente und Figuren aus Döblins Romans auf und erstellt daraus ein modernes, fesselnden, gnadenlos ehrliches Großstadtdrama. Die Geschichte zeigt, auch das schwächste Glied der Gesellschaft kann seinen Platz in der Gemeinschaft finden. Hochmut, Fall, Liebe und Ausbeutung ist zeitlos, sie trifft mitten ins Herz.

Sein Gespür für die Randgruppen unserer Gesellschaft, für komplexe und relevante Themen, die mit starker visueller Sprache, spielerischen Erzählformen und eigenwilliger Handschrift für die große Leinwand inszeniert sind, hat Qurbani bereits mit „Shahada“ und „Wir sind jung. Wir sind stark“ bewiesen. Für „Berlin Alexanderplatz“ hat er ein bemerkenswerten Cast zusammengestellt. Die Rolle des Francis spielt Welket Bungué, der 2017 auf der Berlinale mit dem Film „Joaquim“ auf sich aufmerksam machte. Die Figur des Reinhold wird von Albrecht Schuch verkörpert, die Mieze spielt Jella Haase. In weiteren Rollen sind u.a. Joachim Krol und Annabelle Mandeng zu sehen. Das Drehbuch schrieb Qurbani zusammen mit Martin Behnke, Yoshi Heimrath führt die Kamera. Die Dreharbeiten finden noch bis 23. Juli 2018 in Berlin, Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen statt.

Produziert wird „Berlin Alexanderplatz“ von der Sommerhaus Filmproduktion mit Jochen Laube, Leif Alexis und Fabian Maubach als Produzenten, in Koproduktion mit dem ZDF, in Zusammenarbeit mit Arte. Lemming Film ist der holländische Koproduzent. Gefördert wird der Film durch das Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) sowie die Film- und Medienstiftung NRW, durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die Filmförderungsanstalt (FFA) und den Deutschen Filmförderfonds (DFFF). Der Film ist entwickelt mit der Unterstützung von Eurimages und Torino Film Lab. Der Weltvertrieb liegt bei Beta Cinema. Der Verleih eOne wird „Berlin Alexanderplatz“ 2019 in die deutschen Kinos bringen.

Bildquellen:

  • „Berlin Alexanderplatz“ – Cast und Crew: BIld: ©Frédéric Batier