Die Internationale Jury unter dem Vorsitz der amerikanischen Schauspielerin Meryl Streep hat folgende Arte-Koproduktionen mit den begehrten Bären ausgezeichnet.

Der Goldene Bär für den besten Film geht an den Dokumentarfilm „Fuocoammare“  von Gianfranco Rosi. Der Film zeigt den zwölfjährigen Samuele aus Lampedusa. Er geht nicht immer gern zur Schule, sondern vertreibt sich gern anderweitig die Zeit auf der Insel. Seine Heimat ist schon seit Jahren das Ziel von Menschen, die in viel zu kleinen Booten und altersschwachen Schiffen aus Afrika überzusetzen versuchen, in der Hoffnung auf Frieden, Freiheit und Glück; manche werden oft nur noch tot aus dem Wasser geborgen. So sind die Einwohner von Lampedusa tagtäglich Zeugen der größten humanitären Tragödie unserer Zeit.

Gianfranco Rosi nähert sich durch Alltagsbeobachtungen einem ebenso realen wie symbolischen Ort und der Gefühlswelt seiner Bewohner, die einem permanenten Ausnahmezustand ausgesetzt sind. Zugleich beschreibt der Film, der ohne Kommentar auskommt, wie sich zwei Welten selbst auf kleinstem Raum kaum berühren.

„Fuocoammare“ wurde außerdem mit dem Preis der Ökumenischen Jury, dem Amnesty International Filmpreis und dem Leserpreis der Berliner Morgenpost belohnt.

Der silberne Bär für die beste Regie ging an den Spielfilm „L’Avenir“ von Mia Hansen-Løve. Nathalie ist Lehrerin für Philosophie an einem Pariser Lycée und sehr engagiert. Nebenbei publiziert sie in einem kleinen Verlag. Ihr Mann unterrichtet an der Universität. In ihrem intellektuell-bürgerlichen Haushalt sind die beiden erwachsenen Kinder ebenso gern zu Gast wie ihre Studenten und ihre besitzergreifende Mutter. Um die Zukunft hat sich Nathalie in ihrem ausgefüllten Alltag bisher kaum Gedanken gemacht. Doch eines Tages erfährt sie von ihrem Ehemann, dass er sie für eine andere Frau verlassen wird. Mit einer plötzlichen Freiheit konfrontiert, die jedoch auch Einsamkeit mit sich bringt, muss Nathalie sich selbst und ihr Leben neu erfinden.

Mit ihrem fünften Spielfilm nähert sich Mia Hansen-Løve in einem intensiven, auch ironischen Frauenporträt dem Thema des Alterns. Es geht um Fragen des Glücks, der Berufung, des Sinns oder Unsinns gefestigter Strukturen. Dabei zeigt der Film nicht nur die persönliche Suche nach neuen Wegen, sondern fragt auch, ob und wie Philosophie auf den Alltag angewandt werden kann.

Insgesamt war Arte mit 39 Koproduktionen bei der 66. Berlinale vertreten. Für Arte bedeutet die Auszeichnung für „Fuocoammare“ der fünfte Goldene Bär seit Bestehen des Senders.

Bildquellen:

  • Arte_logo: © NDR

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