„Der sechste Kontinent“ ist ein Dokumentarfilm von Andreas Pichler. Der beeindruckende Streifen über „gestrandete“ Menschen, über Solidarität und Zusammenhalt kommt am 7. Juni 2018 in die Kinos.

 

Fünfzig Menschen leben in einem mächtigen alten Haus am Rand der Kleinstadt Brixen in Südtirol. Diebe, Obdachlose und Arbeitslose, Suchtkranke und Flüchtlinge aus der halben Welt. Ihre Biographien lesen sich wie eine Sammlung diverser Lebensgeschichten, die nur eines gemeinsam haben: sie alle sind Gestrandete. Sie alle sind Menschen, die aus der Bahn geflogen sind und oft in unsere Gesellschaft als problematisch, manchmal sogar als unerwünscht gelten.

Gemeinsam auf engstem Raum

Hier finden sie ein vorübergehendes Zuhause und leben gemeinsam auf engstem Raum. Leute wie der Ex-Alkoholiker und Knasti Ervin. Oder Sumi, die vor ihrem ihr nachstellenden Freund geflüchtet ist. Ousman, politischer Flüchtling, der seine Familie in Afrika verlassen musste. Oder Hatem, qualifizierte Koch, der durch die Wirtschaftskrise kurzfristig auf der Straße gelandet ist. Er nimmt das Haus mit all diesen verschiedensten Menschen wie einen eigenen, sechsten, Kontinent wahr.

Sie alle leben im Haus, nur am Tag betreut von, Kathi und Miriam zwei Sozialarbeiterinnen. Und von Alexander und Karl, zwei Quereinsteigern ohne sozialer Ausbildung aber großem Engagement. Jeder der Bewohner hat seine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Da auch recht heftige Schicksale darunter sind und viele der Insassen nicht vor die Kamera wollten, fällt der Fokus im Film auf vier der fünfzig Bewohner. Deshalb kommt im Film die reale Szenerie mit vielen Menschen nicht vor, was aber den Einsichten nicht schadet.

Zusammenleben in Selbstorganisation

Das Haus will bewusst keine öffentlichen Finanzierungen, lebt von Spenden und gemeinnützigen Aktionen. Die Bewohner zahlen eine kleine Miete und arbeiten mit beim gemeinsamen Kochen, Putzen, Einkaufen und im Garten. Das Zusammenleben wird in Eigenverantwortung und Selbstorganisation gestaltet, niemand kann sich dem entziehen. Das Haus ist für sie eine vorübergehende Bleibe, meistens für ein Jahr, bis sie es wieder schaffen, zurück ins normale Leben. Doch als der Umzug des Hauses in ein neues Gebäude ansteht, können nicht alle mit. Plötzlich ist es wieder da, das Gefühl ausgestoßen zu sein. Und so wird der Umzug für alle zur Zerreißprobe.
Facebook-Seite zum Film: www.facebook.com/dersechstekontinent

Bildquellen:

  • der-sechste-kontinent-kinoplakat: Bild: © RFF Real Fiction Filmverleih e.K.
  • Der sechste Kontinent: Bild: © RFF Real Fiction Filmverleih e.K.