Es gibt wieder Morsezeichen von "Der Junge Inspektor Morse", die vierte Staffel ist ab 15. Juni auf 2 DVD erhältlich. Mit dabei sind über 40 Minuten Bonusmaterial. Für die Fans der erfolgreichen Serie eine willkommene Zugabe. Nach der Ausstrahlung dieser Staffel im Jahr 2017 gerieten zahlreiche Morse-Fans und sogar die Kritiker geradezu ins Schwärmen. Sie bezeichneten diese Staffel als die bisher stärkste der Prequel-Reihe zum TV-Klassiker "Inspector Morse". Manche gingen sogar soweit, dass sie behaupteten, sie sei noch besser als das Original.

Der Drehbuchautor Russell Lewis versteckte anlässlich des Jubiläums, die erste Adaption gab es bereits vor fast genau 30 Jahren, etliche liebevolle Reminiszenzen. Am 6. Januar 1987 erschien die erste Folge von Inspector Morse in einer Adaption von Colin Dexters Roman „The Dead Of Jericho“. Mit in der Crew ist auch Abigail Thaw als sympathische Zeitungsredakteurin Dorothea Frazil. Sie ist die Tochter des Original-Morse-Darstellers John Thaw. Sowie seine Thaws Witwe Sheila Hancock, sie verkörpert die Wahrsagerin Dowsable Chattox. Ihr Name wurde von einer bedauernswerten Frau Anfang des 17. Jahrhunderts entliehen, die als Hexe angeklagt und verurteilt wurde. Den renommierten Professor George Amory spielt in der ersten Folge der Neuseeländer James Laurenson, der auch in der ersten Episode vor drei Jahrzehnten mitwirkte.

Der Junge Inspektor MorseRussell Lewis‘ Leidenschaft sind scheinbar versteckte Anspielungen und Reminiszenzen. So wird eine Eröffnung des Schachspiels von der talentierten Shirley Trewlove als „Kronsteens Variation“ des „Königsgambits“ bezeichnet. Das ist eine Reminiszenz an den „Spectre“-Schurken Tov Kronsteen aus dem James Bond-Film „From Russia With Love“. Die blasse Maus, welche in der Folge Totenmasken eine kleine Nebenrolle spielt, bezieht sich auf Douglas Adams‘ „Per Anhalter Durch Die Galaxis“, in dem ein riesiger Computer von superintelligenten weißen Mäusen gebaut wurde. Der neugierige Zuschauer findet weiterhin Hinweise oder Zitate von den Beatles und Donald Fagens Nightfly, Anspielungen an „Die Schwarze Narzisse“, „Das China-Syndrom“ oder „The Wicker Man“. Für versierte Musik- und Kinofreaks ist dass das reinste Vergnügen.

Zum Inhalt

In der Staffel 4 überzeugt der 38-jährige Shaun Evans wieder als idealistischer Detective Constable Morse, der die kompliziertesten Mordfälle lösen muss. Doch auch er bedarf der Hilfe eines Supercomputers, wenn er, wie in der Folge Totenmasken, einen fanatischen Killer und Liebhaber des Schachspiels zur Strecke zu bringen muss. In Verwirrungen gerät der junge Ermittler bei dem konfliktgeladenen Streit zwischen einer bekannten Popgruppe und einer unerbittlichen christlichen Fundamentalistin. Ein scheinbar verfluchtes Krankenhausbett, in dem unverhältnismäßig viele Patienten vor ihrer Zeit versterben, ein perfider Terroranschlag auf ein nahe gelegenes Kernkraftwerk sowie beruflicher und privater Unbill machen Morse das Leben schwer und letztendlich eben zu dem Morse, den die Fans aus der Originalserie kennen, einen genialen Ermittler, aber eher misanthropen, einsamen Menschen.

Zum Morse-Erfinder Colin Dexter

„Der Junge Inspektor Morse“ ist in brillante Worte gehüllt und fabelhaft gespielt vor dem pittoresken Hintergrund des wunderschönen Oxford. Leider fehlte bei der Verfilmung Colin Dexter, dessen schlechter Gesundheitszustand einen längeren Auftritt in der Staffel verhindert. Colin Dexter verstarb im März 2017. Dennoch ist Dexter Teil einer jeden Folge, sei es als Ausschnitt einer Zeitung, als Büste der Einrichtung oder in einem Bild an der Wand. Russell Lewis setzt damit dem Schriftsteller und unvergessenen Morse-Erfinder ein Denkmal.  Besonderes Augenmerk sollten die Fans der englischen Krimis auf die Episode Bett 10 legen. Hier taucht ein guter alter Bekannter aus Midsomer auf, der mit sichtlichem Vergnügen die Rolle eines promiskuitiven Aufschneiders verkörpert.

Bildquellen:

  • „Der Junge Inspektor Morse“ – Staffel 4 – Cover: Bild: (c) Edel:Motion
  • „Der Junge Inspektor Morse“ – Staffel 4 – Szene: Bild: (c) Edel:Motion