„Chamissos Schatten“ von Ulrike Ottinger feiert seine Weltpremiere als Eröffnungsfilm am 12. Februar 2016 im Rahmen des diesjährigen Forum-Programms der Berlinale. Die zwölfstündige Vorführung findet im Haus der Berliner Festspiele statt und wird alle drei Kapitel des Films an einem Tag präsentieren. Der Kölner Verleih Real Fiction bringt ab 24. März 2016 das erste Kapitel des Filmprojekts bundesweit in die Kinos. Die weiteren Kapitel werden danach im Abstand von drei Wochen veröffentlicht.

Ulrike Ottingers neuster Film „Chamissos Schatten“ führte sie 2014 in die weit entfernten Regionen des Beringmeers. Der Wind, die Wellen und das Interesse an den Menschen leiteten sie nach Kamtschatka, Tschukotka, Alaska und zur Inselkette der Aleuten. Hier, weit im Norden, stoßen der eurasische und der amerikanische Kontinent aufeinander und es bieten sich dem Auge spektakuläre Meeres- und Vulkanlandschaften. Hier kreuzen sich verwandte Ethnien und Kulturen, die von einer langen Geschichte kolonialer Überformungen geprägt sind und dennoch Teile ihrer indigenen Sprache und ihres alten Wissens bewahrt haben. Und hier kollidieren die wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Einwohner und der globalen Politik.

Beeindruckende Bilder

Angeregt von historischen Berichten berühmter Forscher wie Alexander von Humboldt, Georg Wilhelm Steller, Reinhold und Georg Forster und insbesondere Adelbert von Chamisso begab sich Ulrike Ottinger auf die Reise. Wie diese schrieb sie ihr eigenes Logbuch und machte beeindruckende Bilder, die die Landschaften, die Pflanzen und Tiere und die dort lebenden Menschen zeigen. mit dem ihr eigenen, künstlerisch-ethnographischen Blick verknüpft sie die historischen Berichte, Erkenntnisse und bildlichen Darstellungen mit ihren persönlichen Reisenotizen und Aufnahmen. So berühren sich Vergangenheit und Gegenwart im Film, werden historische und kulturelle Veränderungen deutlich.

Ein Spannungsverhältnis entsteht zwischen damals und heute, das zeigt, wie untrennbar beides zusammengehört – so wie der Schatten und Peter Schlemihl, der ihn in Adelbert von Chamissos „Wundersamer Geschichte“ erst verliert und ihm dann mit Siebenmeilenstiefeln über alle Kontinente nachjagt.

Weitere Informationen auf der Berlinale-Webseite

Bildquellen:

  • Chamissos Schatten: Bild: ©Kölner Filmpresse & Service GmbH