Vor fünf Jahren eroberte Tim Burtons Verfilmung des Klassikers von Lewis Carroll die Kinos. Mit „Alice im Wunderland – Hinter dem Spiegel“ – seit 26. Mai in den Kinos – zauberte Regisseur James Bobin die lang erwartete Fortsetzung auf die Leinwand. Sie wurde mit dem Prädikat "besonders wertvoll" ausgezeichnet.

Alice ist zurück in der realen Welt, doch fühlt sich dort eingeengt und ihrer Fantasie beraubt. Gerne nimmt sie die Einladung „hinter die Spiegel“ an und kehrt zurück in die magische Welt, in der der verrückte Hutmacher bereits auf sie wartet. Und dazu jede Menge Abenteuer. Mit seinen beeindruckenden und grandios in Szene gesetzten Bildern, den bekannten Darstellern – allen voran Johnny Depp, Mia Wasikowska, Anne Hathaway und Helena Bonham-Carter – und einer spannenden Geschichte voller Wendungen und Überraschungen ist den Machern ein überzeugendes Sequel zum erfolgreichen Vorgänger geglückt. Auch die fünfköpfige Expertenrunde war beeindruckt und vergab das höchste Prädikat „besonders wertvoll“. In ihrem Gutachten schreibt die Jury: „Ein opulent ausgestatteter Abenteuer-Film für die ganze Familie.“

Höchstes Prädikat auch für „Urmila“ und Kinderfilm „Ente gut“

Als sie sechs Jahre alt war, wurde Urmila Chaudhary wurde von ihrer Familie in Nepal als Sklavin an eine reiche Familie verkauft. Elf Jahre lang musste sie die härtesten Arbeiten verrichten, wurde schlecht behandelt und missbraucht. Mit 17 Jahren konnte sie aus der Sklaverei befreit werden. Seitdem ist es ihr erklärtes Ziel, auch andere Mädchen, die dasselbe Schicksal erleiden mussten, zu befreien. Die Dokumentarfilmemacherin Susan Gluth hat Urmila und ihre Weggefährtinnen für die Dokumentation „Urmila – Für die Freiheit“ (seit 26. Mai in den Kinos) über fünf Jahre lang begleitet. Die Jury verlieh dem Film das Prädikat „besonders wertvoll“ und schreibt: „Gluth ist mit ihrer Kamera immer unmittelbar dabei und ist während der langen Vorbereitungs- und Drehzeit so heimisch in Urmilas Milieu geworden, dass ihr Blick nie, wie der einer westlichen Beobachterin wirkt. So gelingen ihr Momente der Wahrheit, wie sie nur wirklich gute DokumentarfilmerInnen einzufangen vermögen.“

In seinem neuesten Kinderfilm „Ente gut – Mädchen allein zu Haus“ (ebenfalls seit 26. Mai zu sehen), der im Rahmen der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ entstand, erzählt Regisseur Norbert Lechner die Geschichte von Linh und Tien, die während der Abwesenheit ihrer Mutter allein zurechtkommen müssen. Die elfjährige Linh muss sich zugleich um den Familienbetrieb, einen vietnamesischen Imbiss, und um ihre zwei Jahre jüngere Schwester kümmern. Keiner darf wissen, dass sie vorübergehend ohne Erziehungsberechtigte leben. Die gleichaltrige Pauline aus der Nachbarschaft beobachtet die beiden mit ihrem Fernrohr und versucht, die Mädchen zu erpressen. Doch schon bald entsteht aus der zunächst schwierigen Beziehung eine enge Freundschaft. Die Jury der FBW lobte die „komplexe und dennoch stets nachvollziehbare Weise“, mit der der Film von Freundschaft, Familie, von der beginnenden Pubertät, von kulturellen Identitäten und Migration erzähle. In ihrer Begründung schreibt sie weiter: „Sehr nah am wirklichen Leben ist es zugleich eine spannende und rührende Geschichte, die auch als Utopie des Miteinanders über kulturelle Differenzen hinweg verstanden werden kann.“

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) zeichnet herausragende Filme mit den Prädikaten wertvoll und besonders wertvoll aus. Über die Auszeichnungen entscheiden unabhängige Jurys mit jeweils fünf Filmexperten aus ganz Deutschland. Die FBW bewertet die Filme innerhalb ihres jeweiligen Genres.
Mehr Informationen zu aktuellen und kommenden FBW-Empfehlungen unter www.fbw-filmbewertung.com.

Bildquellen:

  • Alice im Wunderland Hutmacher: Bild: © 2016 Disney

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