"Brigitta" entstand nach der gleichnamigen Novelle von Adalbert Stifter. Rechtzeitig zum 150. Todestag von Adalbert Stifter liegt nun eine restaurierte Fassung des Films auf DVD vor und erscheint erstmals auch auf Blu-ray. Regisseurin Dagmar Knöpfel schuf damit ein Werk, das bis heute nichts von seiner enormen elegischen Kraft verloren hat und sich damit mühelos einreiht in die Klassiker der Literaturverfilmungen. Gedreht wurde ausschließlich an Originalschauplätzen in Ungarn. Die DVD erscheint am 26. Januar 2018 bei Alamode Film.

BrigittaMitte des 19. Jahrhunderts begibt sich ein junger Maler auf den Weg zu seinem Freund – Major István Murai – nach Ungarn. Auf dem Weg und am Ziel angekommen, macht er die Bekanntschaft mit vielen neuen Eindrücken und Menschen. Er ist gebannt von den Schönheiten der Natur, lässt sich Zeit für seinen Weg und erreicht erst nach Umwegen und mit Hilfe einer geheimnisvollen Reiterin das entlegene Landgut seines Freundes. Der Name der Reiterin: Brigitta. Der Freund des Malers, der Major, lebt scheinbar glücklich und in seiner selbst gewählten Einsamkeit. Trotz aller Zeichen für ein friedliches Dasein des Majors, gibt es Anzeichen für ein dunkles Geheimnis. Und dieses Geheimnis scheint kurz vor der Auflösung zu sein.

„Brigitta“ ist „ein Verstand und Sinne fesselnder Film“ und „eine stimmungsvolle Verfilmung der Novelle von Adalbert Stifter“ urteilt der Film Dienst.

Adalbert Stifter

„Das Malen ist mir lieber als die ganze Welt; es gibt fast nichts auf der Erde, was mich tiefer ergreifen könnte als das Malen. Wenn das Früh rasch dämmert, wache ich auf und freue mich schon darauf wieder in den lieblichen Farben wirken zu können, und wenn der Abend kommt, denke ich daran, was der Tag gefordert hat, oder wohin er zurückgeblieben ist, und male in Gedanken weiter.“

Für die ldylle

Adalbert Stifter, geboren am 23. Oktober 1805 in Oberplan im Böhmerwald, gestorben am 28. Januar 1868 in Linz. Kunst- und natursinnig, introvertiert bis zur Selbstvergessenheit. Ein Heimat-Mensch. Sein Leben fristete er als Hauslehrer und als Redakteur, seine Liebe gehörte der Literatur und der Malerei. Er brachte es beruflich zum Schulrat und zum staatlichen Konservator. Im privaten Leben gab es (zu) viel Frustration, die unglückliche Ehe mit Amalie Mohnhaupt, Krankheit, Nervenleiden, ein Selbstmordversuch mit dem Rasiermesser, dessen Verletzungen schließlich zum Tod führten.

„Studien“ hat er seine erste große Novellensammlung genannt (1844-50), darin gibt es „Der Hochwald“ und „Abdias“, „Die Mappe meines Urgroßvaters“ und „Brigitta“ und „Der Hagestolz“.
„Bunte Steine“ heißt seine zweite Sammlung mit Erzählungen (1853). Und dann zwei große Romane: „Der Nachsommer“ (1857), ein Entwicklungsroman in der Tradition des Wilhelm Meister und des Grünen Heinrich, und „Witiko“ (1865-67), ein historischer Roman aus dem mittelalterlichen Böhmen.

Große, umfangreiche Werke, aber wer sich ihrem langsamen Rhythmus anpasste, konnte das Lesen und Weiterlesen nicht mehr lassen. „Das menschlich Höchste für den Menschen ist nach der Religion die Kunst, die ja in allen ihren Zweigen auch der Religion dient. Selbst das Landschaftsbild ist als Bild eines göttlichen Werkes religiös, und es wird desto mehr und desto schöner, je tiefer es göttliches Walten darzustellen imstande ist.“ Stifter hatte seine Gegner und seine Fans, an seiner literarischen Einordnung und Bedeutung in der Geistes- und Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts entzündeten sich die Diskussionen.

Bildquellen:

  • „Brigitta“ – Cover: Bild: © 2017 Alamodefilm. Alle Rechte vorbehalten.
  • „Brigitta“ – Szene: Bild: © 2017 Alamodefilm. Alle Rechte vorbehalten.